Dienstag, 7. Februar 2012

Selbgestrickt: die Abrechnung

Stricken macht Spaß. Noch mehr Spaß macht es aber, wenn man auch das Richtige strickt und es mag und gern trägt.
Mmh, ich bin da manchmal etwas unehrlich gegenüber mir selbst und stricke bei misslungenen Teilen, Pullovern, die mir nicht genau passen, Schals, deren Farbe ich dann doch nicht mehr so schön finde, Schnitte, die mir zu weit oder eng sind, einfach mal das nächste Teil. Die perfekte Verdrängungstaktik.
Weil ich aber gerade ausmiste und wir nur einen ziemlich kleinen Lleiderschrank haben, dessen Türen manchmal kaum noch halten, weil die Tonnen an Kleidung so drücken, jaa, deswegen trenne ich mich auch von einigen gestrickten Dingen.
Zuerst aber mal die hall of fame! Was trage ich wirklich?
V.a. diese Dinge:
Cat von Kim Hargreaves (gerade täglich!)
meinen passenden Halswärmer dazu
Amory von Kim Hargreaces
Blithe von Kim Hargreaves
Petal von Kim Hargreaves
meine rote Tweedjacke von Drops
die Still light tunic von veera
meinen Gold-Slouch und diverse Schals
und fast alle Socken und Pulswärmer


Und eigentlich ist es ganz einfach: Ich scheine ein echter Hargreaves-Typ zu sein, mag taillierte, klassisch geschnittene Oberteile, eher tiefe Ausschnitte und nicht zu dickes Garn.

Deswegen nun auch zur bitteren Wahrheit:
Mein Drops-Pullover liegt fast immer im Schrank, hier liegts an der Farbe. Ein Färbeversuch mit Schwarz ist misslungen, das gute Stück aber immerhin in gedeckter Farbe seitdem... Er bekommt eine zweite Chance, weil er wie angegossen sitzt.

Rose ist mir einfach zu groß an den Schulter  ist zur Überarbeitung in den Strickkorb gewandert und schafft es hoffentlich wenigstens zum nächsten Winter wieder dort heraus ;). Schließlich ist der Pullover eigentlich ein gut sitzendes Hargreaves-Modell.

No owls ist mir immer zu warm und das Garn einfach zu dick, ich halte es in normal geheizten Räumen darin nicht aus. Ebenfalls zur Überarbeitung aus dem Schrank gewandert.

Mein Turtleneck Pullover ist ebenso einfach zu warm und sitzt nicht perfekt an mir. Ich weiß eigentlich schon seit meiner Grundschulzeit, dass ich alles am Hals Anliegende grässlich finde. Damals hatte ich einen supidupi Mickey-Mouse-Pullover  leider mit einem Rollkragen, der mir regelmäßig die Luft abgeschnürt hat. Da nützt alle Comic-Coolness nichts.

Beim Landlust-Top stört mich der Partiewechsel, der im Brustbereich deutlich sichtbar ist... deswegen nie getragen.

Die Kuscheljacke habe ich sogar nochmal teils aufgetrennt, weil sie irgendwie seltsam saß. jetzt ist sie mir am Rücken viel zu weit, am Stillbusen zu eng :D. Um sie tut es mir am meisten leid, weil das Garn traumhaft weich und die Farbe so natürlich ist.

Und der Schal rollt sich auch nach Dämpfen und Plätten noch ein. Hätte ich eigentlich auch wissen können, ein bisschen Strickerfahrung habe ich ja ;).

Außerdem gibt es noch ein paar Socken, das mir zu klein ist – deswegen ist es auch  nur einmal an meinen Füßen gewesen...
Lerneffekt: keine dicken Garne mehr, nur um schnelle Erfolge zu haben, außerdem keine engen Raglanschnitte und Rollkrägen mehr.

Ist eure Strickbilanz auch so durchwachsen? Wie sind eure Erfahrungen mit dem Zusammenpassen von tollem Bild und der harten Alltagsrealität?

Kommentare:

  1. Das ist ein super Post, vielen Dank für die Offenheit!! (darf ich das bei Gelegenheit mal abkupfern?!)
    Interessant ist ja wirklich, wie sich die Sachen im Alltag beweisen, auch ich habe hier so meine Erfahrungen gemacht und habe nicht immer sofort daraus gelernt...
    Schade ist es um die Sachen, die, wenn man die Fotos ansieht, perfekt zu sein scheinen und es letztlich doch nicht sind. Z.B. habe ich deinen Turtleneck-Pullover immer sehr bewundert, Farbe, Passform - die Bilder sind wunderschön (einer meiner Lieblingsposts auf deinem Blog :) )
    Bin gespannt, welchen Veränderungen du die Stücke unterziehen wirst und hoffe, du zeigst es hier!
    LG Evelyn

    PS Deine "Rose" ist mit dem Landlust-Top verlinkt...

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  2. Da hast du dir aber sehr viel Mühe gegeben. Ich würde sagen, dass auch meine Strickbilanz eher durchwachsen ist.
    Ich habe einige Strickstücke im Schrank, die ich auch selten bis gar nicht trage. Sehr schade eigentlich. Meine Tücher trage ich im Herbst/Winter immer alle mal abwechselnd, aber da ist auch das eine oder andere dabei, das ab und zu mal ein Jahr pausieren muss. Das liegt aber wohl eher daran, dass ich sie nicht alle griffbereit habe, sonst würde ich sicher mehr wechseln. Das ließe sich aber ändern, wenn ich sie alle im Flur an der Garderobe griffbereit aufbewahren würde. Manche meiner Strickstücke sind einfach viel zu dick, so kann man sie zwar anziehen, bekommt aber keine Jacke mehr drüber. Das war sonst, als ich z.B. noch zu Fuß zur Arbeit unterwegs war dann also nicht möglich, jetzt, ich mit dem Auto fahre, ginge das schon eher. Ich hab daher vermutlich in letzter Zeit so gut wie gar keine großen Kleidungsstücke gestrickt, ist ja auch viel zu schade, wenn man sie eh kaum trägt.
    Ein paar Lieblingsteile habe ich aber auch, die ich oft trage.
    LG und noch einen schönen Sonntag,
    Anja

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  3. Genau gleich sind die Erfahrungen. Selbst meine schönen Still-Light-Tunics habe ich an meine Tochter verschenkt.
    Und nun: ich stricke im Moment nur noch "von unten", mache meine Passform selbst und bin damit höchst zufrieden. Dicke Garne verwende ich nicht, weil es mir da wir Dir geht. Zu warm, tragen zu sehr auf und ich fühle mich wie eine kleine Kugel.
    Ich wollte immer jeden erdenkbaren neuen Schnitt ausprobieren. Und Tatsache ist aber, dass die Pullis, die ich selbst ausrechne am besten zu mir passen.
    Allerdings bin ich im Aussortieren sowieso gnadenlos - was nicht geht muss weg. Im Schrank nur konsequent das, was ich auch anziehe, sonst krieg ich morgens um fünf schon Stress wegen an- und ausziehen.

    Herzliche Grüße
    und weiterhin viel Vergnügen am Stricken
    Anupa Gabriele

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  4. sehr interessant - vor allem auch die Tour durch deine gestrickten Kleidungsstücke, einige davon kannte ich noch gar nicht, bzw hatte ich wohl verpasst ;) mir geht es natürlich auch so, dass ich einige Sachen fast gar nie trage - darunter der Hooray Cardigan von Veera - eigentlich ein tolles Modell, interessant zu stricken, aber eben auch sehr warm (was aber auch an meiner unüberlegten Wollwal liegt), ich trage ihn höchstens mal im Garten. Ein gutes Bsp auch ist der Golden Weat Caridan, ich mag den asymetrischen Ausschnitt vom optischen her sehr gerne, er ist jedoch leider nicht alltagstauglich. Sehr gerne und sehr oft trage ich meine Jacken und Cardigans neueren Datums, am allerliebsten meine Akoya aus Madelinetosh Sport und die Lucky me aus De Rerum Natura Wolle, auch der Rock Rose Cardigan liegt immer griffbereit. Meine Tücher, Schals und Mützen sind nun ebenfalls wieder fast täglich im Einsatz.
    herzlich, ela

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