Mittwoch, 23. März 2016

Keep it simple: Ostern

Auch wenn unzählige Kreativblogs und -zeitschriften, Kochforen etc. es uns vergessen lassen wollen: Zeit ist ein knappes Gut in den meisten Familien, je kleiner die Kinder, um so mehr, und kommt zur Care-Arbeit auch noch ein bezahlter Job dazu, fällt auch das ins Gewicht.
Diese Umstellung hat bei uns die österlichen Vorbereitungen etwas spärlich ausfallen lassen; und weil ich glaube, dass wir damit nicht die einzigen sind, gebe ich euch ein paar Last-Minute-Tipps und -Ideen auf den Weg. Und wenn ihr auch dazu nicht mehr kommt, an Ostern arbeiten müsst oder einfach nur froh seid über ein paar Tage Pause, dann lasst auch das, kocht Nudeln mit Sauce und seid dafür entspannte Eltern...
Ich wünsche euch ein schönes Osterfest, und damit soll es losgehen:

Wir haben ganz einfache Kekse gebacken, die so lecker waren, dass das gefüllte Glas schon wieder leer ist. Und das trotz doppelter Menge. Die Kekse sind vegan und schmecken wunderbar. Für die Verzierung mussten übrige Plätzchenstreusel herhalten. Das Originalrezept, das ich aber wirklich nur in doppelter bis dreifacher Menge empfehle, findet ihr in der Schrot&Korn.

Schon seit mehreren Jahren wandern die Frühstückseier im Frühling direkt weiter auf die Fensterbank, denn in den Schalen säe ich Kresse aus. Wie üblich mit etwas Watte, die immer schön feucht gehalten werden muss. Das übernimmt der Sohn mit einem Sprüher, eine tolle Aufgabe :D Und das Ganze macht keinen Extramüll.


Mein ganz persönliches Ostergeschenk an mich war eine kleine Küchenbestellung. Wir sind häufig etwas konfus und das ein oder andere Teil geht zu Bruch. Ehemals vier Eierbecher waren so leider nur noch als Erinnerung präsent, deswegen gab es Greengate-Nachschub und gleich ein paar Textilien dazu.


In einer Einkaufsgalerie hier im Ort bietet eine Glasbläserei Ostereiermalaktionen an. Der Sohn war hellauf begeistert und gleich mehrmals mit Papa und Großeltern zu Gast. Die Ergebnisse wurden mangels Topfpflanzen in eine Tonvase verfrachtet.


Zu den Feiertagen gibt es dann unser Eierragout und Osterzopf, daneben lassen wir uns mit einem Frühstück im Hotel verwöhnen. Ach, und die Osternestchen für die Kinder bleiben wieder sparsam. Neben echten Eiern, die beide lieben, gibt es ein heiß gewünschtes Rechenheft für den Sohn und dazu ein klassisches Tangramspiel, die Tochter bekommt ein - Achtung! - Filzspiegelei für die Holzküche und ein Schleich Lamm, das ich Second Hand gefunden habe.

Viel Spaß beim Basteln, Backen oder Nichtstun!

Samstag, 12. März 2016

12 von 12: Grippe lässt grüßen

Wenn das Blog einzuschlafen droht, wähle man eine neue Aktion als belebende Maßnahme: Daher heute meine ersten 12 von 12! Belebung können wir auch im wirklichen Leben gut gebrauchen, denn
die Virusgrippe hat voll zugeschlagen - bereits seit Montag ist das kleines Familienmitglied krank und nun hat es auch den großen Bruder erwischt, tja, da haben wir in der Impfpassungslotterie leider verloren.

Wir versuchen also, uns und den Kindern trotzdem ein schönes Wochenende zu bereiten.
Vormittags hole ich Lese- und Hörstoff für den kranken Sohn. In der Bücherei fällt mir ein wunderschönes Buch in die Hände, dessen Seiten mit Durchscheineffekten ausgestattet sind. Perfekt für lange Vorlesestunden auf dem Sofa!


Mittags gibt es Frühlingsrollen, scharf gewürzt und nicht gerade nach dem Geschmack unserer Kinder, aber da die sowieso keinen Appetit haben...
Danke an den Mann fürs Kochen und an Frau von Cramm fürs Rezept ;)

Die Sonne kommt raus und ich freue mich über das schöne Licht auf den Rosen, die mir die syrischen Geflüchteten aus meinem Deutschkurs zum Frauentag geschenkt haben.

Eine Partie Dame mit dem Sohn, das strategische Denken, das er dabei an den Tag legt, kommt genetisch eindeutig nicht von mir.

Die Tochter hat den Vormittag fast komplett verschlafen. Ihre Wachfenster nutzt sie zum Kneten und Stecken. Mal wieder bewähren sich die "nur in besonderen Situationen"-Spielzeuge sehr.

Morgen ist der Sohn zu einem Geburtstag eingeladen und das dafür bestellte Geschenk kommt an. Wir sammeln noch Pappkartons und -rollen, damit das Geburtstagskind eine kleine Burg selbst bauen kann, beschließen aber, dass fiebrige Gäste wohl nicht so praktisch sind und der Sohn einfach nach der Genesung noch einen schönen Nachmittag mit dem Freund verbringen kann.

Ich nutze ein kurzes Zeitfenster, um die krankheitsbedingt recht kurz gekommene Unterrichtsplanung voranzutreiben und vieele Grammatikeinheiten vorzubereiten.

Vom Spaziergang mit Kinderwagen bringt der Mann beste Cupcakes und veganen Kuchen für mich mit, mmh!

Ich streichle fiebernde Kinderköpfe und komme nebenbei ein bisschen zum Jankerstricken. Außerdem werden erste Osterkarten geschrieben. Mit dem Sohn habe ich aus unseren Vorräten, gehorteten Frühlingsstickern usw. ganz simple Karten gebastelt.
Nach zehn Bildern gibt der Kamerakku den Geist auf und der Mann und ich sinken müde aufs Sofa, also mehr Fotos bei den anderen! Bleibt gesund!

Dienstag, 1. März 2016

Stille im Blog...

... ist immer ein Zeichen für besonders viel Trubel im Leben.

Zum Beispiel eine neue Arbeit...


...und dann auch noch am Meer. Falls man das auf dem Campus mal vergessen sollte, hilft ein Blick auf den Boden.


Dienstag, 9. Februar 2016

Me Made Mittwoch: Cardigan Libelle, mollig-warm und büro-schick

Als ich "Libelle" in der vorletzten Ausgabe der La Maison Victor entdeckte, stand sofort fest, dass dieses kuschlig-weiche Hipsterteilchen in meinen Kleiderschrank muss. Die überschnittenen Schultern, lässiger Fall und schmale Arme entsprechen ziemlich genau meinem Mode-Beutemuster. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbstgestrickte Teile nur dann auch regelmäßig getragen werden, wenn ich mich nicht von Farbe, Fotostimmung oder sonstigem Tralala blenden lasse, sondern konsequent auf die Schnittführung achte und mich an meinen Dauerbrennern orientiere. Meine Begeisterung hielt sich und schon nach wenigen Wochen ist Libelle, die dankenswerter Weise mit Nadelstärke 6 gestrickt wird, fertig!


Besonders angetan haben es mir die unteren Ärmel, die im "Ackerfurchenmuster" gestrickt sind. Äußerst simpel, aber effektvoll. Mit der Rowan purelife habe ich mich für ein absolutes Schätzchen aus dem Wollschrank entschieden. Sie zu verstricken, war ein haptischer Genuss. Ein bisschen Stallaroma haftet ihr noch an, ab und zu auch ein kleiner Grashalm o.ä. Das Garn ergibt ein butterweiches Gestrick, das unglaublich warm hält.


Die Fotos habe ich natürlich ganz ungeduldig vorm Dämpfen gemacht, sodass die Blende noch ein kleines bisschen einklappt, aber das sollte sich dann auch noch geben.


Zur Anleitung: Sie ist recht knapp gehalten und arbeitet größtenteils mit Angaben in Tabellenform. Das fand ich anfangs gewöhnungsbedürftig, als erfahrene Strickerin machte es mir aber keine Probleme. Für absolute Neulinge sind die Anweisungen vielleicht etwas zu spärlich. Kleiner Tipp von mir: Für die unteren Ärmelabschnitte sowie die Blende müssen Maschen aus den Ärmeln bzw. Rändern aufgenommen werden. Das macht man üblicherweise im Verhältnis 3:4: Aus 4 Maschen strickt man 3 heraus. Das bedeutet, dass immer nach drei aufgenommenen Maschen einfach ein sichtbarer Querfaden übersprungen wird, damit sich das neu angestrickte Stück nicht wellt, weil es zu lang ist.
Und damit ab zu den übrigen Eigenkreationen beim MMM!


Anleitung: Cardigan Libelle aus der La Maison Victor (September/Oktober 2015)
Größe: XS
Nadeln: 6 mm
Garn: Rowan purelife British Sheep Breeds DK Undyed, Mid Brown B.F.L. (Bluefaced Leicester, ein britische Schafrasse)
Meine Version bei Ravelry

Donnerstag, 4. Februar 2016

Verlosung und Rezension: "Nähen mit Jersey - Kinderleicht!" von Pauline Dohmen

Durch ein kleines Zustellungschaos hatte ich mein bereits heiß ersehntes Nähbuch für das Jahr 2016 zwar spät, aber dann gleich zweimal zuhause - und das ist Glück für euch, denn mit dem TOPP-Verlag habe ich nun ausgemacht, dass ich ein Exemplar hier für euch vorstelle und verlose! Dann mal los:

Bildrechte beim Frech-Verlag

Pauline Dohmen alias Klimperklein ist für die meisten Nähbegeisterten keine Unbekannte: Als Pionierin im Bereich der Kinderkleidungs-Ebooks bloggt sie schon seit Jahren über ihre Designs und Nähideen, die sie vor allem für ihre mittlerweile fünf Kinder realisiert. Kein Wunder also, dass ihr Nähbuch "Nähen mit Jersey - Kinderleicht!" auf riesige Resonanz stieß und momentan bereits im Nachdruck ist. Auch ich war gespannt auf die generellen Tipps und Kniffe im Umgang mit den praktischen und vielseitigen Jerseystoffen und die Passform der Modelle.
Ein großer Technikteil im Buch erklärt mit vielen Fotos und klaren Texten alle möglichen Arbeitsschritte, vom richtigen Stich über das Bündchennähen bis hin zu Applikationen auf Maschenware. Dafür fallen dann die Anleitungen selbst überraschend kurz aus - diese Konzeption finde ich sehr praktisch, denn Näherfahrene können sich einfach an die übersichtlichen Grundanleitungen halten, alle, die noch mehr Hilfe brauchen, holen sich auf den Technikseiten Rat, auf sie verweist Pauline immer, wenn es nötig ist.

Bildrechte beim Frech-Verlag

Die Modelle sind auf zwei Größengruppen abgestimmt: Babys und Kleinkinder (Gr. 56-92) sowie ältere Kinder bis zur Größe 134. Enthalten ist jeweils eine Grundgarderobe, die kaum Wünsche offenlässt. Bei den Kleinen sind natürlich vor allem Bodys, Anzüge und bequem zu wechselnde Oberbekleidung und kleine Accessoires dabei, für die Großen sind es dann verschiedene Hosen- und Shirtvarianten, aber auch Röcke oder Halssocken.

Alle Fotos sind, wie bei Handarbeitsbüchern unerlässlich, gut ausgeleuchtet und erlauben auch einen genauen Blick auf Nahtverlauf usw. Die Anleitungen sind knapp, aber verständlich gehalten, lediglich die Überschriften und graphischen Schmuckelemente sind mir für ein so zeitloses Basicbuch zu verspielt.
Ich freue mich darüber, dass der Titel als stabiles Hardcover auf den Markt kommt, auch die Bindung ist super, denn die Seiten bleiben gut aufgeschlagen - ein Lesebändchen wäre hier noch das I-Tüpfelchen gewesen, vor allem, wenn man zwischen einer speziellen Anleitung und den generellen Erklärungen hin- und herblättern muss. Mein persönliches Highlight ist, dass die Schnittmusterbögen in Farbe gedruckt sind, was das Abpausen der richtigen Größe kinderleicht macht - Pauline Dohmen hält hier wirklich, was der Titel verspricht.

Getestet habe ich Sitz und Passform an einer Hose für meine Tochter in Gr. 80. Für sie habe ich die Babyjeans aus Jersey als Schlafanzugversion in weichem Jersey genäht.


Ursprünglich wollte ich die 86 zuschneiden, bereits auf dem Schnittmusterbogen kam mir das Modell jedoch recht groß vor und ich habe mich an die 80 gehalten. Auch sie fällt riesig aus, als kleiner Tipp also: Lieber nachmessen bzw. eine Größe kleiner als üblich zuschneiden. Zur Orientierung: Eine gekaufte Hose vom Modeschweden in Gr. 80 ist um einiges schmaler und mehr als 5 cm kürzer. Durch die schönen Bündchen kann das Töchterlein ihre Hose allerdings auch jetzt schon tragen. Jetzt freue ich mich auf die nächsten Projekte aus dem Buch - ich mache mit einem Kombi-Shirt weiter und bin gespannt, ob ich mich eines Tages durch das komplette Buch gearbeitet habe!

Stoff: Jersey Sternschnuppe von "Little Darling" via Stoffspektakel, momentan nicht mehr in Grau, sondern nur noch in Blau und Pink erhältlich.

Gewonnen hat Stefanie vom Blog Alltagswahnsinn: Bitte melde dich hier noch einmal per Mail (wollgespinst@yahoo.de) mit deiner Adresse!

Möchtet ihr das Buch gewinnen, dann hinterlasst einfach bis zum 08.02.2016 um 22.00 Uhr einen Kommentar hier auf dem Blog. Bitte gebt eine E-Mail-Adresse an, ich verschicke den Titel auf eigene Kosten innerhalb Deutschlands. Viel Spaß beim Mitmachen und Nähen!

Freitag, 29. Januar 2016

Es monstert: Faschingskostüm Herr Untermbett und das Nähen mit Fellstoffen

Der Sohn hat sich in den letzten Jahren als ziemlicher Faschingsmuffel gezeigt. Während um ihn herum Cowboys tobten, Ballerinas tanzten, Tiger sprangen oder Hexen hexten, zog er es meist vor, einfach er selbst zu sein - was ich ihm nun auch nicht verübeln kann.
Nun aber, mit vier, sprang der Faschingsfunke über, und auch die Wahl der Verkleidung war blitzschnell getroffen: "Herr Untermbett!" Wer??
Tja, Herr Untermbett ist eine Kinderbuchfigur, die der Sohn in der KiTa kennengelernt hat. Der zottelige Geselle wohnt, wenig überraschend, unter Tims Bett, und zieht es eines Abends dann doch vor, auf die gemütlichere Etage eins weiter oben umzuziehen. Was sonst noch passiert, könnt ihr im gleichnamigen Buch erfahren.
Bastelmutti 1A zieht sich also an die Nähmaschine zurück, unterstützt durch die fachkundige Beratung des Sohns, und fabrizierte neben unzähligen Flauschmäusen, die nun die komplette Wohnung bevölkern, ein kuschlig-zotteliges Kostüm. Gestatten:
Herr Untermbett


Tipps fürs Nähen eines einfachen Kostüms:
- Bei Größe 110 reicht ein halber Meter Stoff in 140 cm Breite, um ein ärmelloses Oberteil samt Kapuze, Armstulpen und Gamaschen zu nähen.
- Für die Stulpen messt ihr Unterarmlänge (bei uns 17 cm ab Mitte der Hand) und maximalen Umfang (bei uns 16 cm). Mit Nahtzugabe zweimal nähen. Ich habe Löcher für die Daumen gelassen.
- Die Gamaschen haben wir mit Kamsnaps geschlossen, ebenso eine Seite des Oberteils und der Kapuze. So fällt das Anziehen leichter.
- Für das Oberteil könnt ihr ganz ohne Schnitt arbeiten, ich habe mich an einem Standardshirtschnitt orientiert und die Kapuze von Leo übernommen.
- Die Zähne sind aus schlichtem Baumwollstoff, den ich mit Füllwatte ausgestopft habe.
- Die Materialkosten blieben samt Clownsnase und blauer Schminke unter 15 Euro.


Tipps für das Arbeiten mit Fellstoffen:
- Haltet einen Staubsauger bereit.
- Haltet einen Staubsauger bereit.
- Haltet einen Staubsauger bereit.
- Streicht die Haare beim Rechts-auf-Rechts-Nähen jeweils so, dass sie später nicht mehr auf der linken Seite herausschauen, sondern schön auf der Außenseite bleiben.
- Schneidet vorrangig mit der Stoffschere, der Rollschneider kapituliert hier schnell.
- Schüttelt nach dem Zuschneiden jedes Teil aus und zupft abgeschnittene Haare am Rand ab.
- Bei einer Haushaltsmaschine eignet sich ein großer Zickzackstich gut, um elastische und haltbare Nähte zu produzieren.
- Denkt daran, die Nähmaschine, vor allem im Bereich der Unterfadenspule, zwischendurch zu reinigen.
- Nehmt euch danach mehrere Monate lang kein Fellprojekt mehr vor.


Dienstag, 26. Januar 2016

Es elft! Kleine Mützen für wilde Kinder

Unsere Kleine hat ein wildes Wesen, sie rennt und jauchzt, turnt und kichert, wütet ab und an und verzaubert mit einem ausgelassenen Lachen. Für sie ein Elfenmützchen zu stricken, war also beinahe unabdingbar.




Und jetzt stelle ich mir gern vor, wie ihr kleines bemütztes Köpfchen hier einem moosbewachsenen Felsen hervorlugt...
Die Anleitung ist super-easy, ideal für Anfänger, Wollreste und Strickbegeisterte mit wenig Zeit oder Nerven für komplizierte Anleitungen. Und die Mützchen eignen sich wunderbar als Geschenke für befreundete Familien.

Anleitung: "Pointy Elf Hat" aus "Geschenke aus dem Wollkorb" (OT: More Last Minute Knitted Gifts") von Joelle Hoverson
Nadeln: 6 mm
Größe: mit 58 Maschen angeschlagen, passt sowohl dem Töchterlein als auch knapp dem Sohn, der stattliche 52 cm KU hat.
Garn: irgendein gut filzendes Dochtgarn mit schönem Farbverlauf
Meine Version bei Ravelry

Freitag, 22. Januar 2016

Lernen mit Aussicht

So eine Fortbildung kann nicht nur interessant, sondern auch noch "panoramatisch" sein...

 Und wer errät, von wo man diesen grandiosen Blick hat?


Samstag, 16. Januar 2016

Mit Stoff, Wolle und Nadel: Textiles Werkeln mit Kindern

Gerade jetzt im Winter sind die Nachmittage oft lang und verregnet; eine Zeit, in der wir oft zuhause sind und tatenhungrige Vierjährige beschäftigt werden möchten, damit keine Langeweile aufkommt. Kommt euch bekannt vor? Dann findet ihr hier einige Tipps und Anregungen für das textile Werkeln mit Kindergartenkindern! Bei allem gilt: Keine Angst vor Scheren und Nadeln unter Aufsicht!



Die Strickgabel
Vor einigen Jahren entdeckte ich bei Rasselfisch ein sehr hübsches Strickgäbelchen in kinderfreundlicher Haptik und Größe. Zusammen mit einem Knäul dicker Wolle ist hier mit etwas Glück ein ganzer Nachmittag gerettet, denn die immer länger werdende Strickschnur fasziniert Kinder, ganz wie bei der bekannteren Strickliesl. Wir haben meist ein bunt eingefärbtes Garn daheim, ansonsten bieten sich Farbwechsel an, damit die Motivation bleibt. Mit drei brauchte der Sohn noch helfende Hände, heute muss ich ihm nur noch den Anfang vorbereiten. Und mit den fertigen Schnüren können dann Maschinen gebaut, Kaufmannsläden bestückt oder Abenteuertouren unternommen werden.

Material: Strickgabel(n), z. B. via Rasselfisch. Für Gruppen gibt es auch günstige Plastikvarianten, dicke Wolle, evtl. eine Schere.


Erstes Nähen
Mit großen und vorn stumpfen Nadeln, die man sonst für das Vernähen von Wollfäden nutzt, können auch schon kleine Kinder ihre ersten Nähprojekte verwirklichen. Achtet beim Kauf auf ein großes Öhr, so klappt auch das Einfädeln nach einer Übungsphase ganz allein. Für das kleine Filzkissen, das auf dem Foto zu sehen ist, habe ich die Naht mit Filzstiftpunkten vormarkiert. Nicht rutschende Baumwollstoffe eignen sich für den Anfang am besten. Filz liegt gut in der Hand, allerdings müssen sich die Kinder an spitze Nadeln herantrauen. Tolle Erstlingsprojekte sind neben Minikissen auch kleine Taschen oder Geschenkanhänger usw.


Material: Stoffreste in stabiler Qualität, Stoffschere, große, stumpfe Nadeln, dickeres Garn.

Stickspiele
Noch aus meiner Kinderzeit stammen die bunten Stickplatten, die in erster Linie die Hand-Augen-Koordination und das räumliche Vorstellungsvermögen schulen. Zu Beginn ist es nämlich gar nicht so einfach, abwechselnd von oben nach unten und unten nach oben ein Loch zu treffen oder gar mehrere der Reihe nach! Hier kann völlig ohne Druck geübt und wieder aufgetrennt werden. Häufig zeigt sich hier übrigens auch die Händigkeit der Kinder. Für ganz kleine Kinder sind hier auch griffige Fädeltiere eine tolle Beschäftigung, unser Sohn kam damit etwa ab dem zweiten Geburtstag gut zurecht.


Material: Stickspiele, die meist unter dem Namen Sticken ohne Nadel oder Nähen ohne Nadel auf dem Markt sind, Fädeltiere für Kleinkinder, z. B. hier. Eine wunderbar zeitlose Variante habe ich noch hier entdeckt.

Stempeln
Ihr könnt das Korkensammeln nicht lassen, weil man die ja immer noch zu etwas gebrauchen kann? Wunderbar, hier könnt ihr die schönsten, ebenmäßigsten Exemplare heraussuchen und als Stempel nutzen. Vorteil gegenüber der Kartoffeltechnik ist, dass Kinder hier gut zugreifen können. Achtet darauf, dass die Kinder Kittel oder alte Kleidung tragen, denn Stofffarbe lässt sich natürlich nicht mehr entfernen. Die Stoffe habe ich jeweils mit Klebeband fixiert, damit auch engagierte Drucktechniken mit viel Körpereinsatz möglich sind ;). Ihr könnt daraus später Tischsets, Taschen o.ä. nähen oder nehmt gleich fertige Baumwolltaschen dazu.


Material: geeigneter Stoff, z. B. Baumwolle, Unterlage, Klebeband zum Fixieren, Korken, Textilfarbe, Pinsel, ein Porzellangefäß

Weben
Mit viereinhalb entdeckt der Sohn gerade den Webrahmen. Wir haben ein altes, sehr stabiles Schulmodell von Interplay, bei dem schon ein Mittelstück die oberen und unteren Kettfäden voneinander trennt. Dabei muss das Kind zwar bei jeder Reihe daran denken, das Mittelstück neu einzustellen, dafür entfällt das mühselige Hoch- und Runterbewegen des Schiffchens. Falls ihr einen Schulwebrahmen wählt, bespannt zunächst nur ein schmaleres Stück, damit der Spaß an der Sache nicht verloren geht. Häufige Farbwechsel motivieren zusätzlich. Für die kleinen Kindergartenwebrahmen gilt: auf Qualität achten! Viele Modelle sind aus minderwertigem Holz und sorgen dann nur für Ärger.


Material: ein Schul- oder Kindergartenwebrahmen, Kettgarn aus dem Bastelladen, bunte Wolle für den Schussfaden, eine Schere, eine Wollnadel zum Vernähen der Fäden

Freitag, 8. Januar 2016

2016

Ein neues Jahr - und für mich wohl ein wirklich spannendes. In diesem Jahr werde ich wieder arbeiten gehen, gewöhne gerade die kleine Tochter in die KiTa ein, habe Duette und Trios in Planung und bin neugierig, was sonst noch auf mich wartet.


Die Handarbeitspläne sehen da schon um einiges konkreter aus: Ich habe begonnen, den Cardigan Libelle aus der LMV zu stricken. Eine recht simple Anleitung und wunderbar ursprüngliches Garn lassen mich zügig vorankommen, die KiTa-Kinder lugen schon neugierig um die Ecke, während ich so meine Reihen stricke.


Im Anschluss wird es hier zünftig zugehen, denn der Sohn bekommt einen Janker. Ganz richtig gelesen, einen JANKER!! Ganz kann ich die bayerischen Wurzeln wohl doch nicht kappen, denn ich bin tatsächlich ganz verliebt in das Modell...

Beide Projekte speisen sich aus Wollvorräten, da wird ordentlich Platz im Schubfach entstehen!

Beim Nähen gibt es auch keine Pause, aus den Resten des Weihnachtspullovers für den Sohn habe ich eine Hose für die Tochter genäht. Und außerdem warte ich schon gespannt auf Klimperkleins Jersey-Nähbuch, das ich vorbestellt habe! Meine Kinder passen hervorragend in die Größenspanne und ich freue mich auf viele tolle Schnittmuster und einige Tipps.
Viel mehr will ich mir gar nicht vornehmen, ich rechne damit, dass unser neuer Tagesrhythmus ab und an abends seinen Tribut fordern wird...

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Gestricktes 2015

Beim Stricken, meinem unangefochtenen Lieblingshobby, wohnen zwei Seelen in meiner Brust: Ich schwelge in Projekten, Garnen und Ideen, weiß aber, dass Stricken eben auch ein sehr langsames Vorankommen bedeutet. Im Alltag geht es deswegen häufig etwas unter, und für lange Konzentrationsphasen am Abend fehlt mir dann die Muße.
Umso mehr freue ich mich dann über fertige Stücke - und tatsächlich waren das in diesem Jahr doch einige. Nicht nur Mützen, Socken oder Kinderbekleidung, auch zwei Oberteile habe ich abgeschlossen. Zum einen Lilac, meinen Sommercardigan mit *räusper* ca. zweijähriger Entstehungszeit, und zum anderen Olivia, eine wirklich große Liebe, die ich hier noch ausführlich vorstellen werde.




Kim Hargreaves zieht sich mittlerweile durch meine Garderobe wie ein rotes Band; ihre Modelle sind einfach klassisch, mit einer Prise Eleganz und dennoch entspannt. Selbst die Accessoires sind einfach immer besonders schön, Ash trage ich zur zeit beinahe täglich. Mal sehen, wann ich das nächste Hargreaves-Teil anschlage...

Den deutlich babylastigeren Rückblick aus dem letzten Jahr könnt ihr hier anschauen, alle Träume und Pläne fürs kommende Jahr demnächst hier - nur so viel: Es geht den Wollvorräten an den Kragen und das erste Projekt ist bereits angeschlagen.

Montag, 28. Dezember 2015

Unser Weihnachten 2015 in Bildern

Ein langes Wochenende ist zu Ende, für uns war es fast ein bißchen wenig Abwechslung, wir hatten uns bewusst wenig vorgenommen und schließlich doch noch ein paar Stadtrundgänge usw. eingebaut, um dem drohenden Lagerkoller zu entgehen.
An Hl. Abend wird es schon vormittags festlich: Die Kinder spielen Klavier, bis zum Vortrag von Weihnachtsliedern dürfte es allerdings noch ein paar Jahre dauern... Dann darf der Baum, der schon einige Zeit mit einer schlichten Lichterkette im Wohnzimmer steht, geschmückt werden. Beide Kinder sind voller Begeisterung dabei.

Während Mann und Sohn schon zur Krippenspielprobe aufbrechen und die Tochter schläft, spiele ich Weihnachtsmann.
Kurz darauf laufe ich los zum Gottesdienst und genieße die "Markt und Straßen stehn verlassen"-Stimmung. Der Sohn ist ziemlich aufgeregt und zappelig, was vor allem die vor ihm stehenden "Engel" zu spüren bekommen. Sobald das Krippenspiel beginnt, wird er aber entspannter und meistert seinen Soldaten-Auftritt stolz.

Anonym-Foto aus einer Probe
Danach gibt es bei uns Bescherung. Beide Kinder sind fix im Auspacken, aber danach bespielen sie alles ausgiebig. Highlight für den Sohn ist sein Kran, den er sich seit Monaten gewünscht hat. Wir haben uns für das Modell von Fagus entschieden. Wie Susanne so schön beschrieben hat, müssen die Geschenke auch immer zur Familie passen und damit schied das von ihm avisierte Fernsteuerungsmodell leider aus ;). Nun ist er überglücklich mit der gut sichtbaren Mechanik und den vielen Winden usw. Die kleine Schwester turnt derweil auf ihrem Tischset herum, ihrem Hauptgeschenk. Von uns Eltern gibt es für beide zusammen eine aufgearbeitete Second Hand Holzritterburg mit zwei Rittern.




Der Große spielt noch bis in die Nacht hinein mit seinen Geschenken, das Töchterlein war früh müde. Ich gönne mir eine Strickrunde mit Zwergenmütze, das Modell ist mittlerweile fertig und herzallerliebst.


Die Feiertage vergehen dann mit Brettspielen, kochen, einem Ausflug auf den Weihnachtsmarkt und kurzen Besuchen bei Freunden - jetzt genieße ich die wunderschöne Zeit zwischen den Jahren! Und viele andere Weihnachtswochenenden gibt es bei Geborgen Wachsen!


 Zahlenübungen im neuen Wisch&Weg-Heft