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Mittwoch, 23. März 2016

Keep it simple: Ostern

Auch wenn unzählige Kreativblogs und -zeitschriften, Kochforen etc. es uns vergessen lassen wollen: Zeit ist ein knappes Gut in den meisten Familien, je kleiner die Kinder, um so mehr, und kommt zur Care-Arbeit auch noch ein bezahlter Job dazu, fällt auch das ins Gewicht.
Diese Umstellung hat bei uns die österlichen Vorbereitungen etwas spärlich ausfallen lassen; und weil ich glaube, dass wir damit nicht die einzigen sind, gebe ich euch ein paar Last-Minute-Tipps und -Ideen auf den Weg. Und wenn ihr auch dazu nicht mehr kommt, an Ostern arbeiten müsst oder einfach nur froh seid über ein paar Tage Pause, dann lasst auch das, kocht Nudeln mit Sauce und seid dafür entspannte Eltern...
Ich wünsche euch ein schönes Osterfest, und damit soll es losgehen:

Wir haben ganz einfache Kekse gebacken, die so lecker waren, dass das gefüllte Glas schon wieder leer ist. Und das trotz doppelter Menge. Die Kekse sind vegan und schmecken wunderbar. Für die Verzierung mussten übrige Plätzchenstreusel herhalten. Das Originalrezept, das ich aber wirklich nur in doppelter bis dreifacher Menge empfehle, findet ihr in der Schrot&Korn.

Schon seit mehreren Jahren wandern die Frühstückseier im Frühling direkt weiter auf die Fensterbank, denn in den Schalen säe ich Kresse aus. Wie üblich mit etwas Watte, die immer schön feucht gehalten werden muss. Das übernimmt der Sohn mit einem Sprüher, eine tolle Aufgabe :D Und das Ganze macht keinen Extramüll.


Mein ganz persönliches Ostergeschenk an mich war eine kleine Küchenbestellung. Wir sind häufig etwas konfus und das ein oder andere Teil geht zu Bruch. Ehemals vier Eierbecher waren so leider nur noch als Erinnerung präsent, deswegen gab es Greengate-Nachschub und gleich ein paar Textilien dazu.


In einer Einkaufsgalerie hier im Ort bietet eine Glasbläserei Ostereiermalaktionen an. Der Sohn war hellauf begeistert und gleich mehrmals mit Papa und Großeltern zu Gast. Die Ergebnisse wurden mangels Topfpflanzen in eine Tonvase verfrachtet.


Zu den Feiertagen gibt es dann unser Eierragout und Osterzopf, daneben lassen wir uns mit einem Frühstück im Hotel verwöhnen. Ach, und die Osternestchen für die Kinder bleiben wieder sparsam. Neben echten Eiern, die beide lieben, gibt es ein heiß gewünschtes Rechenheft für den Sohn und dazu ein klassisches Tangramspiel, die Tochter bekommt ein - Achtung! - Filzspiegelei für die Holzküche und ein Schleich Lamm, das ich Second Hand gefunden habe.

Viel Spaß beim Basteln, Backen oder Nichtstun!

Freitag, 18. Dezember 2015

Keep it simple: Mein Weihnachten

Auch mich überfällt eigentlich jedes Jahr im Advent diese plötzliche Hektik, der Drang, noch dies und das zu erledigen, zu kaufen, zu basteln... Und als ich gerade dabei war, einige der besten Bastel-, Back- und Kochideen aus den letzten Jahren hier für euch zu sammeln und zu verlinken, ging mir auf, dass das eigentlich das Gegenteil von dem ist, was ich zeigen und mitgeben möchte. Nämlich, dass es auf diese Kleinigkeiten überhaupt nicht ankommt, die perfekt dekorierte Wohnung, die tausend Geschenke aus der Küche für die komplette Verwandtschaft, die professionell gedruckte Weihnachtskarte, natürlich pünktlich abgeschickt.


Ich habe in diesem Jahr vieles nicht geschafft, es gibt gerade andere Dinge zu tun. Und oft auch mal nichts. Für den Adventskranz hatte ich keine Kerzen da, nun zieren ihn einige, die wir seit unserer Hochzeit 2007 mit umziehen, die mussten also mal weg ;). Der Sohn findet sie wunderbar und wir nehmen uns die Zeit, sie mehrmals täglich mit ihm anzuzünden.
Weihnachtsgeschenkwünsche hatte ich in diesem Jahr nicht. Wenn ich aber unterwegs bin und etwas Wunderbares sehe, gönne ich es mir und freue mich daran. Wie etwa am Früchtebrot aus unserem Hofladen, das mit etwas Butter allein so traumhaft schmeckt wie kaum etwas anderes.

Oder am reduzierten Dattelkonfekt, das ich abends Stück für Stück nasche.


Dieser Post bleibt also ohne DIY-Ideen und Must Haves für die Weihnachtszeit - macht euch keinen Stress und feiert EUER Weihnachten!

Montag, 16. November 2015

Wickeln olé! Anleitung für Wickelläppchen

Sicher kann man mehr oder weniger davon halten, wenn Mütter auf einmal anfangen, auch noch die Wickelläppchen für den Nachwuchs selbst zu häkeln, stricken oder wtf. Aber mal ganz ehrlich: Jeder, der Kinder hat, weiß, wie oft man am Wickeltisch steht, Windeln kauft oder wäscht, unterwegs eine Wickelgelegenheit sucht undsoweiter. Ganz unwohl sollten sich also weder Kind noch Eltern fühlen, wenn es um das Prozedere geht.



Das Töchterlein hat schon immer ganz empfindliche Haut und unsere weichen, aber dennoch effektiven, weil mehrlagigen Mull-Exemplare stammten noch aus meiner Babyzeit und mussten nach zwei Wickelkindern bei uns nun aussortiert werden.
Aus einem alten T-Shirt in meiner derzeitigen Kinderausstattungslieblingsfarbe Taupe und einem am Rand schon etwas fransigen Handtuch habe ich also im gleichen Format neue Tücher genäht. Und weil auch die Ästhetik nicht vor dem Po Halt machen soll, gab es noch Freemotion-Näherei obendrauf, die natürlich in erster Linie die beiden Stofflagen in Form hält.


Man nehme:
- einen saugfähigen sowie einen weichen Stoff (beispielsweise Frottee und Jersey oder Molton und Sweat etc.)
- robustes Garn

- und schneide 20*20 cm große Quadrate in jeweils gleicher Stückzahl aus beiden Stoffqualitäten zu.
- Lege beispielsweise ein Frotteequadrat auf ein Jerseyquadrat. Sind Stoffseiten zu beachten, rechts auf rechts.
- Nähe mit ca. 0,7 cm Nahtzugabe im Geradstich einmal um alle vier Seiten, bis auf eine Wendeöffnung. Schneide die Ecken knappkantig ab.
- Wende die Läppchen, die Ecken können mit einem Stift ordentlich umgedreht werden.
- Schließe knappkantig die Wendeöffnung, Verriegeln nicht vergessen!
- Und nähe nach Lust und Laune ein Muster auf, dabei keine zu geringe Stichlänge wählen.

Dienstag, 3. November 2015

Vom Schenken, Spenden und Zufriedensein: Weihnachten 2015

"Ich bin froh, dass hier kein Krieg ist", mit diesen Worten endete heute ein kurzes Gespräch mit dem Sohn kurz vor seiner Schlafenszeit, er schon in sein eigenes, sauberes Bettzeug gekuschelt, in seinem warmenZimmer, das voll mit Erinnerungsstücken und Spielzeug ist. Und wie Recht er hat.
In diesem Jahr ist jeder Tag auch ein Stück mitgeprägt von den Nachrichten um all die Menschen, die gerade verloren haben, was unsere Kinder erleben dürfen. Und weil Weihnachten näher rückt und ich nichts weniger haben wollte, als Stress um das Zuviel, feiern wir in diesem Jahr anders. Nur die Kinder bekommen ihre Geschenke, die Herzenswünsche werden erfüllt. Für uns als Familie wünschen wir uns vor allem gemeinsame Zeit, die bis auf unseren jährlichen Weihnachtsurlaub in Görlitz allein eine Jahreskarte für den Zoo als materiellen Wunsch bedeutet.


Ansonsten möchte ich einfach zufrieden sein mit dem, was wir haben und an uns haben. Geschenke ersetzen wir gegen vielerlei Spenden und Geben. Die Gedanken und Ideen dazu halte ich hier fest, vielleicht habt auch ihr Lust, mal Weihnachtsgeschenke der anderen Art zu planen.

Regelmäßig kaufe ich zur Zeit für die Bahnhofsmission vor Ort ein. Hier informiert sie tagesaktuell über Engpässe bei Snacks oder Windeln (vielleicht auch bei euch?). Gemeinsam mit den Kindern bringen wir unsere Einkäufe dort vorbei und können noch zu dritt Züge anschauen oder mit Flüchtlingsfamilien oder den Helfenden ins Gespräch kommen.
Wir haben ein großes Auto; wunderbar, um Sachspenden in das weit draußen liegende Flüchtlingsheim zu bringen. So konnte ich schon mehrmals große Kisten dort vorbeibringen und auch im Freundeskreis Spender aktivieren, die sonst wegen mangelnder Mobilität oder Zeit vielleicht nichts abgegeben hätten. 
Mit dem Sohn bepacken wir auch in diesem Jahr wieder ein Weihnachtspäckchen und erfüllen einen Wunsch am Baum im Einkaufszentrum. Dieses Ritual mag ich ganz besonders, weil Kinder sich so voller Enthusiasmus auf das Beschenken einlassen. Mitreißend!
Der Mann bekommt statt eines Geschenks (er liest hier ja glücklicherweise nicht mit) einen Stern im Schweriner Schloss. Kulturelles Erbe zu erhalten, macht mich glücklich, und das Schloss hat mit seiner Spendenaktion ein tolles Projekt ins Leben gerufen. In unseren Weihnachtsferien schauen wir uns den Sternenhimmel dann in echt an!

Wie spendet und helft ihr in diesem Jahr? Habt ihr einen Tipp für Geldspenden im Bereich Flüchtlingshilfe?

Samstag, 3. Oktober 2015

Unser Tag der deutschen Einheit

Wenn eine Familie aus München, Görlitz, Marburg und Schwerin am 03. Oktober 2015 einen Ausflug nach Warnemünde unternimmt, dann ist das unser Tag der deutschen Einheit!
Vier Lebensläufe, die nur dank der vielen Mutigen und Unermüdlichen so möglich geworden sind.

Freie Fahrt bis nach Dänemark
 
 Freier Blick in die Ferne
 



 
Und im letzten Jahr sah es so aus: 2014.

Samstag, 5. September 2015

Herbstvorboten

Der Sommer hätte noch viel länger dauern können, zu schön fand ich es in diesem Jahr, Brombeeren zu naschen, mit den Kindern auf den Spielplatz zu gehen, meinen Kaffee in der Sonne zu trinken und im See zu baden.

 
Aber das Wetter macht zur Zeit keinen Hehl mehr daraus: Es regnet bei 13° und der Wind ist stürmisch. Da hole ich mein Tweedgarn raus und wir zünden schon mal die ersten Kerzen an. Die Herbstkleidung für die gesamte Familie ist gesichtet und das Töchterlein hat sich bereits über diese stacheligen Kugeln auf der Wiese gewundert. Ich hoffe auf ein paar schöne Altweibersommertage, mit Morgennebel und Sonnenschein.

Olivia, mein aktuelles Strickprojekt, wächst und gedeiht. Vielen Dank nochmal an Maike für die Anleitung!

Spielen in der Herbstsonne - an diesem Wochenende allerdings mussten schon Gummistiefel und Co her.


Kleidung und Schuhe für die Kinder kaufe ich übrigens beinahe komplett über Mamikreisel oder Kleinanzeigen. Hier findet man auch Neuware, etwa unsere schlichten Bisgaard-Stiefelchen für die Kleine oder den allerliebsten Regenmantel.

Wie bereitet ihr euch auf den Herbst vor? Habt ihr Pläne? Auf was freut ihr euch besonders?

Donnerstag, 27. August 2015

#bloggerfuerfluechtlinge: Helfen in Mecklenburg-Vorpommern

Viele Menschen kommen gerade in unser Land, vielleicht haben sie nur durch viel Glück, einen Zufall überlebt, Schlimmes gesehen und alles verloren, was sie einmal hatten. Wer ihnen helfen möchte, um zu zeigen, dass wir sie willkommen heißen, sie hier nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen, kann sich im Internet schon viele Informationen suchen, beispielsweise bei ich helfe.jetzt, über die ortsansässigen Kirchgemeinden oder auch die Initiative Blogger für Flüchtlinge.
In SCHWERIN sind nur wenige Kontaktadressen usw. online zu finden. Aber über Telefonate habe ich herausgefunden, dass ihr auch im Flüchtlingsheim Stern Buchholz werktags von 7-17 Uhr Sachspenden abgeben könnt! Update: Benötigt werden, so der Hausmeister, vor allem Kindersachen, Schuhe und auch Küchenutensilien.

Informiert euch auch über Hilfsmöglichkeiten bei euch vor Ort, sprecht mit euren Kindern über unser Glück, hier leben zu können, werdet laut gegen Fremdenhass!



Und für alle, die auch gern Sachspenden abgeben möchten, noch ein Linktipp zum Sortieren und anderen Hinweisen... Ich habe mich erstmal auf Kleidung, Schuhe und gut aufteilbares Spielzeug beschränkt, alles vorgewaschen, -sortiert und beschriftet und hoffe, dass das den Helfenden am meisten nützt.

Freitag, 26. Juni 2015

Ostseeträume: Urlaubsgarderobe für die Kinder

In den letzten Wochen war hier nicht allzu viel los... Schuld ist nicht etwa eine chronische Blog-Unlust, sondern vor allem ein Großprojekt, das ich mir in den Kopf gesetzt habe: Kurz vor unserem alljährlichen Ostseeurlaub ruinierte unser Töchterchen pro Woche circa eine Hose, der Sohn tat einen enormen (Kleider)größensprung und ich bekam, wie in jedem Sommer, Lust auf maritime Farbkombinationen. Nichts lag näher, als mich an die Nähmaschine zu setzen und nach und nach eine Urlaubskollektion zu fabrizieren. Der Poststreik funkte mir zwar ein wenig dazwischen, denn einige Nähutensilien sind bis heute nicht angekommen. Was die Kinder aber dringend benötigten, ist fertig geworden. Euch zeige ich die Teilchen jetzt in den nächsten Tagen; alle, die noch eine Weile bis zu ihrem Sommerurlaub haben, können daher schon mal Strandimpressionen tanken!



 
Babymädchens Shirt ist nochmal nach Meg McElwees Kuvertshirt aus dem Mamanähbuch. Mit ihren 12 Monaten hängt unsere Mini-Wollgespinst dort leider ein wenig zwischen den angebotenen Größen, deswegen schlabbert das Shirt noch etwas. Umso besser für ein luftiges Gefühl in der Strandsonne. Die Kuvertversäuberung ist aus einem dunkelblauen Feinripp, den ich aus einem alten Herrenshirt gewonnen habe. Er wird noch in einigen Teilchen zu sehen sein, ich liebe Recycling und Upcycling!
 
Auch die Babyhose besteht hauptsächlich aus einem alten Sweater von mir. Das matte Rosarot mag ich noch sehr gern, umso besser also, dass die Tochter ihre ersten Schritte darin machen kann. Als Schnitt wähle ich momentan ausschließlich die Moira-Hose mit verdoppelter Bündchenlänge (auch am Bauch). Nicht nur gut gegen Stolpern, man kann sie auch schön hochschieben, wenn zwei kleine Beinchen gen Wellen streben...
 

Das Shirt für den Sohn entstand nach dem empfehlenswerten Schnitt Tag- & Nachtträumer von FredvonSoho. Die Bemaßung ist für ihn perfekt, er trägt hier die 104 und ist auch exakt so groß. In den Stoff mit den Möwen habe ich mich wegen des Musters bereits auf dem Stoffmarkt verliebt, mittlerweile habe ich ihn nochmals hier nachbestellt. Leider ist er nicht sonderlich weich. Der Ringeljersey in Hellblau-Marine dafür umso weicher. Zur Abwechslung habe ich die Armbündchen mal mit dem Musterstoff genäht.


Aus Reststücken und abgelegten Kleidern nähe ich ein in unserem Haushalt ständig benötigtes Utensil: Sabberlätzchen bzw. Halstücher. Hier nochmal möwig mit Rückseite aus altem Shirt, hinten mit KamSnap geschlossen. Und wie man leicht erkennen kann, auch schon wieder dreckig...

P.S. Ich bekam in letzter Zeit einige Nachfragen, woher die Kleidung der Kinder auf den Fotos stammt. Neben den genähten Sachen sind allerdings beinahe alle Dinge, auch hier im Post, Second Hand. Daher: Stöbert auf Flohmärkten, fragt Freunde nach abgelegter Kleidung usw. Macht Spaß und schont Ressourcen und den Familiengeldbeutel.

Donnerstag, 28. Mai 2015

My Blueberry Tights – Babyhosen oder so

Unsere kleine Dame ist im besten Krabbel- und Lauflernalter. Der Hosenverschleiß ist momentan tatsächlich enorm, denn zig Meter rutschen die kleinen Knie am Tag quer durch die Wohnung, über den Spielplatz, durch Kies usw. Eine neue praktische Hose für all diese Abenteuer musste her.
Dafür habe ich den Schnitt Moira ein bißchen modifiziert, denn als Knickerbockermodell taugt sich auch für agile Kleinkinder noch besser, Socken bleiben an Ort und Stelle und die Füße verheddern sich nicht in weiten Hosenbeinen. Die Bein- und das Bauchbündchen habe ich in der Länge verdoppelt, dafür das normale Hosenbein um ca. 1,5 cm verkürzt. Unser zartes Mädchen trägt erst eine 74; weil Moira sehr groß ausfällt, habe ich daher noch einmal eine 62/68 zugeschnitten, genügend Stoff gab dafür eine alte, aber schön weiche Sweatjacke her.



Alles in schlichtem Dunkelblau mit grauen Bündchen, passend zu beinahe allem und vor allem zur Leibspeise des Töchterleins: Blaubeeren. Wieder ein Keep it simple Projekt: dringend benötigt, aus Resten geschneidert, aus einem alten Schnitt, an einem Tag fertig. Rund und stimmig!

Anleitung: Moira von Mamu-Design mit verlängerten Bündchen, Gr. 62/68. Für beide Kinder habe ich dieses Modell schon genäht.

Samstag, 16. Mai 2015

Keep it Simple: eine neue Strandläufermütze

Wohnen in Meeresnähe bedeutet ja nicht nur, dass man so oft wie möglich an den Strand fahren sollte und möchte. Nein, ein eigentlich immer spürbarer Wind begleitet nun meinen Alltag. Ob nun eine frische Brise am See oder eine etwas steifere an der See: Dafür brauch ich bis in den Sommer hinein kuschlige Mützen. Und weil meine Strandläufermütze vom letzten Jahr nicht immer farblich kompatibel ist, habe ich mir zur Ergänzung eine ganz schlichte Ash gestrickt. Das wunderschöne Garn schimmert in Petrol, Anthrazit und Grautönen, war eine Freude beim Stricken und ist nun ein schlichtes, aber edles Teil in meinem Kleiderschrank.


Anleitung: Ash aus Breeze von Kim Hargreaves. Hier meine Version bei Ravelry. Ich habe ca. 1,5 cm länger bis zu den Abnahmerunden gestrickt, weil ich es slouchy mag. Das Buch ist mein absoluter Hargreaves-Liebling, wunderschöne Aufnahmen und Modelle! Ich habe daraus bereits Blithe und Lilac gestrickt, und wenn es danach geht, was ich noch stricken möchte...
Nadeln: 2,5 mm und 3 mm
Garn: Madelinetosh Sock Fb. Chickory, mein Kauf auf dem Hamburger Wollfest

Donnerstag, 30. April 2015

Keep it simple: schlicht, schlichter, Socken

Schlicht, schlichter, Socken. Vielleicht auch dröge, dröger...? Na, obwohl ich vor einem Paar Socken immer mal wieder Strickbücher wälze, Blogs durchforste und circa drei Millionen interessantere, hübschere, spannendere Projekte finde – Sockenstricken macht Spaß.
Mindless, schnell eingepackt und vor allem: Ich brauche hier auch wirklich das Ergebnis. Im Sockenkorb herrscht gähnende Leere, beinahe alle selbstgestrickten Socken sind meinen diesjährigen Winterstiefeln zum Opfer gefallen (oder aber schlicht ihrer durchschnittlichen Lebenserwartung...).




Mein Standardrezept für Gr. 37
60 Maschen Anschlag mit 2,5er Nadeln. Ein Bündchen mit 1 re verschränkt, 1 li. Den Schaft 3 re, 1 li in gewünschter Höhe. Dann eine Bumerangferse stricken und das Schaftmuster am Fußrücken weiterlaufen lassen. Bandspitze und fertig.

Ich freue mich über Tipps, was regionales Sockengarn mit Wolle aus Bio-Haltung angeht! Leider finde ich bisher nur Garne, die dann eine andere Lauflänge aufweisen oder ohne Polyester-Anteil sind, auf den ich aber wegen der Haltbarkeit nicht verzichten möchte. Vielleicht wisst ihr Bezugsquellen?

Freitag, 24. April 2015

Keep it simple: Das 325. T-Shirt und warum ich es trotzdem zeige

In den letzten Wochen war es ruhig hier. Ich hatte einen kleinen Overload. Zu viele Ideen, Anregungen, zu viel Auswahl und Themen, beispielsweise beim Nähen: Das Internet wimmelt vor Nähblogs, Nähtutorials, -shops, -freebooks, -foren und -ideen. Es gibt Kombistoffe, Plotterdateien, Webbänder, Stickdateien passend zu den Stoffen. Und wer beispielsweise ein schlichtes Kindershirt nähen möchte, kann bzw. muss eines aus ungefähr 325 Modellen auswählen.


Irgendwie too much für mich und noch dazu kam es mir dann seltsam vor, hier als de Nählaie mein Ergebnis zu zeigen. Und trotzdem mache ich es, ein bißchen als Gegenpol zum unbegrenzten Spiel der Möglichkeiten, zum Mutmachen für die absoluten Neulinge und zum Runterkommen.


Ich habe noch nie einen Nähkurs besucht, niemand in meiner näheren Umgebung hat Ahnung von Jerseynadeln, Schnittmustern oder Bündchenware. Wenn ich nähe, setze ich mich dazu an meine beinahe absurd schlichte Nähmaschine, die ich vor etlichen Jahren mal beim ehemaligen Kaffeebohnenhändler (ihr wisst schon...) erstanden habe und die sich noch nicht mal die Mühe macht, einen Markennamen zu tragen. Statt Overlock ist bei ihr ein elastischer Wabenstich angesagt und wann immer es geht, vernähe ich nicht nur neue Stoffe, sondern verwende Shirts und Hosen von Großen für die Kleinen wieder.

Auch bei den Stoffen mag ich es ruhig. Unser Sohn liebt Streifen, aber auch unifarbene Sachen sorgen für etwas Ruhe in der sowieso schon so lebendigen Kinderwelt. Kleinere Motive oder Jerseys in gemäßigten Farben gesellen sich dazu. Und so entstand ein ganz simples Shirt. Angenehm auf der Haut, luftig und ideal zum Spielen und Draußensein.


Meine Keep it simple Gedanken und Ergebnisse stelle ich euch in der nächsten Zeit weiter vor. Solange: Behaltet die Übersicht!

 

Schnitt: Thomas aus der La Maison Victor Winterausgabe, Gr. 104, aber im Korpus etwas verlängert. Hier wird es gezeigt.

Stoffe: ein altes Hessnatur-Shirt des Mannes und Jersey Zoo beige via Stoffspektakel

Für alle, die auch Lust bekommen haben: Um (Jersey)-Kleidung zu nähen, wollte ich zunächst nicht viel ausgeben. Ich nähe, um fehlende Kleidungsstücke in der Kindergarderobe zu ergänzen, das Gros unserer Kleidung kaufe ich gebraucht. Als sinnvoll haben sich Jerseynadeln (mit einem kleinen Nagellackpunkt gekennzeichnet) für die Maschine, ein Rollschneider und dazu eine Schneidematte (je größer, desto besser) erwiesen. Außerdem braucht man Briefbeschwerer o.ä., damit die Schnitte nicht verrutschen. Eine gute Stoffschere, die auch nur für Gewebe verwendet werden darf, hatte ich sowieso schon. Eure Nähmaschine sollte einen brauchbaren Stich für elastische Gewebe haben, bei meiner ist er wabenartig und die Naht damit dehnbar. Beim Recyceln alter Kleidungsstücke arbeite ich so, dass die schönen Cover-Abschlüsse z.B. am Ärmelsaum erhalten bleiben, das sieht dann wunderbar aus.

Freitag, 23. Januar 2015

Vom Schwaden für die rösche Kruste

Es fing alles ganz harmlos an: Meine kleine Schwester schenkte mir zum Geburtstag ein „Brot im Glas“, eine schmackhafte Mischung mit Mohn, Sesam und Co, das Rezept für das Brot war gleich dabei. Das Brot schmeckte und ich dachte mir: „Das war ja einfach. Und vielleicht geht’s noch besser“. Denn in unzähligen Blogs, vor allem bei „Chili & Ciabatta“ und im „Trollenland“ hatte ich schon von echten Sauerteigbroten, Startern, Teigführung und Co gelesen.
Eins kam zum anderen und zu Weihnachten zogen „Das Brotbackbuch Nr. 1“ von Lutz Geißler und zwei Gärkörbe bei uns ein.


Danach tauchte ich in eine andere Welt ein: Mein Germanisten-Ich freute sich über so viel neues und amüsantes Vokabular, mein Back-Ich bleibt momentan noch leicht überfordert zurück. Aber: Wir backen selbst und es schmeckt auch noch! Beinahe jede Woche gibt es gerade das Anfängerbrot aus dem Brotbackbuch, zwischendrin auch mal „Fake“-Brote mit viel Hefe und ohne Vorteig und Co, außerdem noch unsere Brioche und Kekse für Frühstück und Nascherei. Seither weiß ich im übrigen auch unseren Zweitkühlschrank und die 300°-Einstellung unseres Ofens zu schätzen…
Wer hinter diesem Eintrag nun lediglich ein gewisses Biedermeiertum vermutet, dem sei gesagt, dass die für mich größte Motivation beim Selbstbacken ist, Discounterkäufe, Pseudobäckereien und Rezepturen-Monotonie zu vermeiden. Nach unserem Umzug haben wir schnell feststellen müssen, dass es hier nur (noch) eine Bio-Bäckerei und einen traditionellen Handwerksbäcker gibt. Mit einem steten Wechsel zwischen Selbstgebackenem und diesen zwei Anlaufstellen kommen wir mit Genuss und zumindest halbwegs glücklich mit dieser Situation zurecht…



Und ihr? Backt ihr schon, kauft ihr lieber? Habt ihr anfangstaugliche Lieblingsrezepte, die ihr hier verraten wollt?

Mittwoch, 26. November 2014

Einfach gut - Weihnachtskarten

Schon im September kamen mir die ersten Ideen für unsere diesjährigen Weihnachtskarten. Immer wieder spukte etwas neues in meinem Kopf herum: Kartoffeldruck, gepresste Farnblätter usw. 

Aber: 1. Kommt es anders und 2. Als man denkt. Wir haben nun die simpelste Technik überhaupt genutzt, stressfrei, völlig ohne Einkaufen, nur aus Dingen, die wir zuhause haben bzw. sogar Papiermüll, und so, dass der Sohnemann gut mitbasteln kann.

Man nehme Weihnachtsausgaben der Supermarkthefte, Kataloge etc., suche nach schönen Motiven, schneide diese aus und klebe sie auf Pappkarten aus Tonkarton. Fertig.




Einziges Problem: Wir brauchen ungefähr 25 weitere...

Donnerstag, 14. August 2014

„Schatz, bring mal den Müll raus!“


Diesen Satz habe ich in den ersten Wochen nach dem Umzug gefühlt viel zu häufig gesagt… Das lag nicht nur an den üblichen Packpapierbergen u.ä., sondern auch daran, dass wir plötzlich nicht mehr in unserem „Haus- und Hofbioladen“ einkaufen konnten, wo wir vieles ohne Verpackung bekamen.
Unser System zur Müllvermeidung war schon so eingespielt, dass ich erst in der neuen Bleibe gemerkt habe, wie viel Müll ansonsten anfällt. Mit etwas Geduld, Ausprobieren und vor allem der Entdeckung unsere neuen Bioladens schrumpft unser Müllberg mittlerweile wieder.

Und zur Anregung eine kleine Zusammenstellung:



Waschmittel kaufen wir im 5l-Großtank. Das ist sehr viel günstiger und passt optimal zur Tankfunktion unserer Waschmaschine.

Für Oliven und andere Antipasti nutzen wir geleerte Honiggläser. Bienen Betz Honig schmeckt nicht nur super, die Gläser sind einfach grandios. Wir lagern auch Linsen usw. in ihnen.

Käse oder Wurst für den Sohn wandern direkt an der Theke in unsere Boxen.

Eierschachteln kann man von zuhause mitbringen und in den meisten Bioläden die Eier direkt selbst aussuchen und einzeln hineinsetzen.

Brot und Brötchen kommen in einen Stoffbeutel. Wenn wir Kuchenkäufe o.ä. vorhaben, kommen NOCH mehr Boxen zum Einsatz ;). In einigen Bäckereien wurde die Tasche auch schon abgelehnt (aus hygienischen Gründen wohl). Ich halte dann die Tüte vor der Theke auf und bitte die Verkäuferin, das Brot gewissermaßen hineinzuwerfen :D.

Obst und Gemüse kaufe ich, so gut es geht, lose. Plastik- bzw. Papiertüten verwenden wir mehrmals oder im Anschluss noch als Müll- oder Windelbeutelchen für unterwegs.

Kaffee wandert in Bohnenform in den Einkaufskorb, nicht als Pad o.ä. Mittlerweile habe ich auch eine Rösterei gefunden, in der er in Papiertüten gefüllt wird. In Marburg bot Contigo an, die Verpackung immer wieder mitzubringen, das war auch sehr toll – leider gibt es hier keinen Shop.

Wir nutzen Baumwolllappen für den Baby-Po und wickeln größtenteils mit Stoffwindeln. Der ökologische Nutzen ist bekanntermaßen umstritten, beim zweiten Kind spätestens aber soll es sich rechnen – das haben wir ja jetzt drin ;). Der einzige Wegwerfartikel ist jeweils ein Blatt Windelvlies. Durch Abhalten des Babys sparen wir zusätzlich gerade noch mehrere Windeleinlagen pro Tag sowie natürlich Müllbeutel, Kassetten und was es da noch so gibt, ein.

Statt Wattepads und Co verwende ich schon seit einigen Jahren Abschminktücher aus Mikrofaser, eine super Sache!

Für Süßigkeiten und Trockenwaren haben wir noch keine so guten Lösungen gefunden. In Berlin und einigen anderen Städten mehren sich gerade die Initiativen in Richtung offener Verkauf von Lebensmitteln und Co. Das fände ich auch vor Ort großartig!
Welche Ideen habt ihr noch? Was hat sich als praktikabel erwiesen?

Sonntag, 29. Juni 2014

Neues Leben



Unser Mädchen, am 28.06. im Schutz der Nacht zuhause geboren,
4130 g und 53 cm mehr als Teil unserer Familie



http://www.meine-geburt-natuerlich-sicher.de

Dienstag, 3. Juni 2014

Balkongärtnerei





Nach unseren ersten Gehversuchen als Hobby-Gemüsegärtner im letzten Jahr fanden wir es wirklich schade, dass wir nun nur noch Balkonien bepflanzen können. Mittlerweile haben wir uns aber mit den immerhin sehr großzügig geschnittenen Balkonen arrangiert und können uns sogar über ein bißchen Küchenausbeute freuen! Pünktlich zum Aufblühen meines wunderbaren Rittersporn zeige ich euch deshalb, mit welchen Gewächsen wir auf unserer Süd- bzw. Südwestseite Glück hatten:


Rittersporn, Pfingstrose und ein geschenkter Vergissmeinnicht im Kasten: Sieht schön zusammen aus, nur die Pfingstrose ziert sich etwas und mag nur wachsen, nicht blühen.



Liguster und Margerite wurden samt Kästen als Sonnen- und Windschutz angeschafft. Beide explodieren geradezu.


Buschbohnen, hauptsächlich fürs Kind. Bisher kommen sie sehr schön, mal sehen, ob wir auch etwas ernten können!


 

Radieschen im Kasten: Bisher konnten wir schon EINES ernten ;). Wir waren durch den Umzug recht spät dran, aber ich bin guten Mutes, dass wir mit konsequentem Nachsäen noch zu einigen Abendessensschmankerln kommen werden.


Und der Nachwuchsgärtner mit seinem privaten Windpark Er scheint auf alternative Energien zu setzen...

  
Auf dem Südbalkon gibt es dann noch Tomaten, die aber bisher nichts Gutes vermuten lassen, und natürlich Lavendel, der uns die sonnige Position mit starkem Wachstum dankt…
Ich geh dann mal gießen!
Mit welchen (Nutz)pflanzen hattet ihr Glück auf dem Balkon? Berichtet gern hier von euren Erfahrungen!