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Mittwoch, 5. Juni 2013

Berlin vegan

Unser Familienurlaub in Berlin war für mich eine lang ersehnte Gelegenheit, auch mal etwas Veganes außer Sojamilch im Kaffee oder indischen Gerichten zu probieren, ohne dafür selbst in der Küche stehen zu müssen.
Schon vorab habe ich daher ausgiebig im Internet recherchiert, eine sehr interessante Reportage gesehen usw. Unser Hotel konnten wir uns leider nicht selbst aussuchen, immerhin gab es dort aber Sojamilch und Tofuschnitten am Buffet, also durchaus ein Mindestmaß. 
Letztendlich haben wir dann den Karneval der Kulturen für eine vegane Bratwurst genutzt (neben dem obligatorischen indischen Kichererbsen-Gemüse-Reis). Außerdem war ich im Veganz, einem veganen Supermarkt in der Warschauer Straße. Beim Süßwarensortiment habe ich besonders zugeschlagen  das ist einfach meine Schwäche... Ich habe einige Jahre beinahe keine Schokolade und Co gegessen, weil es durch die Laktoseintoleranz sehr schwierig war, anscheinend habe ich etwas Nachholbedarf ;). Besonders das an den Supermarkt angeschlossene Café finde ich empfehlenswert, die vegane Torte war wunderbar und das Gefühl, vor einem Tortenschrank zu stehen und die volle Auswahl zu haben, ist einfach göttlich.
Der absolute Höhepunkt war allerdings ein Besuch im Café Freckles, Nähe Mehringdamm. Nicht nur die veganen Kuchen und Getränke, sondern auch die Atmosphäre und das nette Personal haben uns hier begeistert. Deswegen gibt es von dort auch eine Fotoflut  wir waren zwei Stunden da, hatten also viel Muße, um Motive zu suchen und uns (bei schlafendem Kind) so richtig zu entspannen. Und noch ein Hinweis für andere Veganesser: Majas Deli habe ich an der angegebenen Adresse in der Kastanienallee leider nicht gefunden, das vegane Bistro in der Lychener Straße hatte aus mir unerfindlichen Gründen nicht geöffnet...





Links Käse-, rechts Rhabarber-Sahne-Kuchen, dahinter Kaffee, ganz hinten Schlafkind im Buggy, ein Gedicht!

Donnerstag, 23. Mai 2013

Berlin: Ganz weit draußen


An einigen Berlin-Tagen stand Arbeit auf dem Programm, denn diverse Orte, die mit meinem Forschungsthema eng verbandelt sind, wollten besucht werden. Es ging in Richtung Osten und zugleich in die preußische Vergangenheit Brandenburgs. Nach einem kurzen Abstecher mit Spaziergang am Scharmützel-See besuchten wir Schloss Neuhardenberg. Strahlender Sonnenschein machte uns gute Laune und verlieh dem weißen Gemäuer ein fast unnatürlich schönes Strahlen. Die offen gestaltete Parkanlage mit auffallend vielen schon sehr alten und großen Bäumen ließ sich wunderbar erlaufen, in der „Brennerei“ haben wir Mittag gegessen, während weniger spargelinteressierte Teilnehmer die Kiesterrasse als Sandkasten nutzen konnten. Anschließend wechselten wir uns mit kulturellen Inhalten wieder ab: Ich nahm an einer kurzen Führung im Schloss teil. Die Farbgestaltung von Ulrich Erben hat mir besonders gut gefallen, jeder Raum hat einen eigenen Charakter und durch die Öffnungen zwischen den Räumen wirken trotzdem immer mehrere Farben zugleich. Der Mann kam anschließend noch in den Genuss einer richtig innovativen Ausstellung: Stefan Koppelkamm  kombiniert Fotographien mit Installationen und Tonaufnahmen.


Den Abschluss des Feld-, Wald- und Wiesenforschens bildete ein Besuch in den Thaer-Austellungen in Möglin. Wer denkt, dass er von Albrecht Daniel Thaer noch nie etwas gehört hat, kennt dennoch sicher den größten Verdienst des Agrarreformers: Er begründete die Fruchtfolge auf Feldern. Die Ausstellung ist sehr persönlich gehalten und kann im Anschluss noch im winzigen Dorf fortgesetzt werden. Hier kommt zumindest derjenige auf seine Kosten, der auch mal über Zäune steigen und sich durch Brennnesseln kämpfen will, um eine Büste zu finden ;-).
Thaer ist außerdem auch für alle Handarbeitsfans interessant, denn ihm verdanken wir die ersten richtig feinen Merinoqualitäten. Er betrieb Schafzucht und galt in Berlin lange Zeit als „Wollkönig“ – in der Ausstellung wird diesem Punkt einige Aufmerksamkeit gewidmet und deswegen auch eine Kardiermaschine gezeigt.

Nach so viel Input war eindeutig der Nachwuchs dran: In Strausberg stoppten wir auf der Rückfahrt und erlebten eine positive Überraschung. Die Stadt hat ein wunderschönes Literaturcafé, das delikat aussehende Torten verkauft, noch attraktiver war für uns allerdings ein „Eis auf die Hand“, außerdem sahen wir mehrere Bioläden, Cafés, eine Bäckerei mit eigener Backstube und schließlich auch den direkt am Seeufer gelegenen Spielplatz. Alles in allem sehr empfehlenswert für einen entspannten Familiennachmittag.


Abends hatten wir nach den vielen Eindrücken aus dem Umland Lust auf Berlin und waren in der Simon-Dach-Straße Burger essen. Eindeutig ein guter Punkt für alle drei ;) und die Gemüseburger sind klasse!

Dienstag, 21. Mai 2013

Berlin für alle




In unserem Programm bemühen wir uns um eine gute Mischung, damit sowohl bewegungsbedürftige Einjährige als auch kulturhungrige Mütter und kunstinteressierte Väter zufrieden sind. Deswegen ging es heute zuerst in die Liebermann-Villa am Wannsee: Teilnehmer 2 und 3 sind damit beide zufriedengestellt, Nummer 1 entschied sich spontan, die Aktion zu großen Teilen schlicht zu verschlafen.
Das Museum im ehemaligen Wohnhaus Max Liebermanns direkt am Seeufer besticht mit einer klaren Ausstellung, der transparenten Darstellung auch aller dunklen und bedrückenden historischen Abschnitte und Räumen, in denen die Bilder optimal wirken.
Momentan läuft die Sonderausstellung „Liebermann und Frankreich“, in der ich sogar noch dieses zum Stricken wunderbar passende Bild des Franzosen Millet gefunden habe.

Dem schlafenden Kind leistete einer von uns jeweils unter den Augen meines berufsbedingten Haus- und Hofautors im gemütlichen Café Gesellschaft (Sojamilch übrigens gegen Aufpreis vorhanden…), der andere durfte Haus und auch den wunderschönen, aufwändig rekonstruierten Garten erkunden.

Tipp: Für Studenten kostet der Eintritt nur 4€ und die Haltestelle Wannsee liegt noch im B-Bereich des Nahverkehrs.
Nachmittags und nach einer kleinen Odyssee, während der wir im strömenden Regen vor geschlossenen Eltern-Kind-Cafés standen, fanden wir endlich Obdach im Café Ballon, einem mit Bällebad und Klettergerüst ausgestatteten Spielcafé in der Bötzowstraße. Unser Fazit: Kann man haben, muss man aber nicht. Entgegen unserer Vermutung waren auch viele größere Kinder da, was uns zwangsläufig zu Helikopter-Eltern werden ließ, aus Angst, Petit-Wollgespinst sonst in Einzelteilen wieder mit nach Hause nehmen zu müssen.
Meinen Mann machten die zum größten Teil nicht mehr im, sondern außerhalb des Bällebads verstreuten Kugeln so kirre, dass er wie ein Sisyphos des 21. Jahrhunderts beständig das Becken auffüllte – ohne sichtbaren Effekt. Dem Kind allerdings hat es gefallen, die Waffel schmeckte und bei regnerisch-stürmischem Wetter war es eine immerhin preiswerte Alternative zum Spielplatz. Zukünftig werde ich solch infernalisch anmutenden Orte aber nur noch zu Randzeiten oder in Randgebieten aufsuchen. Unser Unterbringungsort Lichtenberg erleichtert dieses Vorhaben zumindest in letzterem Punkt erheblich… Mehr folgt!

Montag, 20. Mai 2013

Berlin, Berlin


Am Freitagmorgen hieß es für den kleinen Monsieur Wollgespinst und mich: „Berlin, Berlin…“, von unserer Reise werde ich in den nächsten Tagen einiges erzählen, Impressionen, Tagebuch und Reisetipps in bunter Mischung.
Die vierstündige Zugfahrt verging völlig entspannt – wir hatten Glück und mussten nicht umsteigen, weitere Zutaten für den Erfolg: Manduca statt Kinderwagen, ein stattlicher Vorrat an Spielzeug und Proviant, eine Reservierung im Kleinkindabteil und sympathische Mitfahrer. Allerdings frage ich mich mittlerweile ernsthaft, ob die Bahn vielleicht Weitwinkel-Kameras auf den Bahnsteigen installiert hat, die lustige Aufnahmen von kollidierenden Menschenmassen liefern, wenn mal wieder 30 Sekunden vor Einfahrt des Zuges die übliche Ansage, dass der Zug „heute in umgekehrter Wagenreihung“ verkehrt, ertönt. Garantiert sitzen an den Bildschirmen dann alle Bahnmitarbeiter des Bahnhofs und amüsieren sich prächtig ;-).
Frisch in Berlin vom mit Buggy ausgestatteten Papa abgeholt ging es gleich in die Innenstadt. Zuerst ins Strandbad Mitte, das mit einer ruhigen Lage am Ende einer Sackgasse und neben einem Mini-Spielplatz tatsächlich sofort entspanntes Liegewiesen-Flair verbreitet. Urlaubsmäßig fühlten wir uns sowieso, denn in Berlin hatte es zehn Grad mehr als im nasskalten Hessen… Sonnenbrille raus!
Und weil wir direkt daran vorbeiliefen, wurde der handarbeitssüchtigen Frau Wollgespinst ein Besuch im Handmade Berlin gegönnt. Direkt am Monbijou-Park mit Blick auf die Museumsinsel gelegen ist dieser Laden tatsächlich gut geeignet, um die ganze Familie von der unbedingten Notwendigkeit eines Besuchs zu überzeugen: Ein kleines Café ist direkt mit dabei, sogar mit Terrasse und Wohlfühlfaktor mitten in der Stadt. Drinnen gibt es dann richtige Delikatessen, nicht nur im kulinarischen Sinne: Die ITO-Garne, dazu Rowan, Bast zum Verhäkeln – alles in wunderschönen Farbpaletten. Weiteres Plus: Endlich mal ein Strickladen mit Spiegel und ohne Plastiktüten, stattdessen diese Papierbeutel mit Label im Miniformat. Einziger Nachteil: Edelgarne gehen edel ins Geld, deswegen nur ein Minieinkauf.