Dienstag, 23. April 2013

LESEN!

Heute ist Welttag des Buches, und auch wenn ich um 21.52 recht knapp dran bin und wohl nur noch die Internet-Buchriesen, aber keine kleinen, anheimelnden Buchläden mehr geöffnet haben, will ich diesen besonderen Tag auf keinen Fall verpassen!
Als Kind habe ich ihm entgegengefiebert, denn auch damals gab es schon die Aktion Ich schenk dir eine Geschichte und stolz trug ich in jedem Jahr ein neues Buch zuerst mit nach Hause, um es dort umgehend in mich hineinzulesen, und anschließend mindestens genauso stolz zu meinem Bücherregal. Egal, wie viel Simplify und Ausmisten angesagt ist, gute Bücher dürfen bei mir bleiben, das ist bis heute so...
Und es folgte unweigerlich: Lesen ist mein Beruf geworden und mein Hobby zugleich geblieben  eine äußerst luxuriöse Situation, oder? Sie birgt zwar einige Risiken, wie das schon zu erahnende, stetige Wachsen der Büchersammlung und mit ihr der benötigten Aufbewahrungsmöglichkeiten oder permanent ein schlechtes Gewissen verursachende Stapel mit zu lesenden Büchern. Aber: Ersteres habe ich mit dem Kauf eines zunächst viel zu großzügig bemessenen Regalsystems für einige Jahre erfolgreich verdeckt und letzteres mit Klebepunkten, die ungelesene Bücher am Rücken tragen, zumindest ins Regal verlagert.
Nun aber nach all dem bibliophilen Gerede noch ein Blick auf die aktuelle Leserei im Hause Wollgespinst. Ganz beruflich-wissenschaftliche Texte lasse ich aus, mein Forschungsinteresse scheint so abgelegen zu sein, dass ich ständig Neuerwerbungen in der Bibliothek vorschlagen muss. Privat sind diese Titel angesagt, die Links führen mit Absicht  soweit möglich  direkt zu den Verlagen und umfassenden Informationen:

1. Landleben von Hilal Sezgin: Gerade ausgelesen. Das Buch kursierte in den letzten Monaten durch die von mir gelesenen Blogs. Nette Unterhaltung mit ernsthaftem Inhalt, der meinen Vegan-Post durchaus mitbeeinflusst hat. Insgesamt aber auch nicht mehr, die Erfahrungen sind recht anekdotenhaft aneinandergereiht und wechseln sich teils eher unmotiviert mit tiefer gehenden Reflexionen aus dem Bereich der Tierethik ab.
2. Der Traum von der großen Bildung von Christian Graf von Krockow: Ich gebe zu, dass mich der Blick auf den Autor durchaus zum Kauf verführt hat, denn ich mag Krockows zwar präzisen, aber unprätentiösen Stil sehr gern und habe ihn im Zusammenhang mit Recherchen zur preußischen Geschichte schon häufiger als intelligent und versiert kennengelernt. Bei diesem Buch bin ich noch ganz am Anfang (die Wartezeit beim Zahnarzt war einfach zu kurz!), die Mischung aus historischem Sachbericht und Roman spricht mich sehr an, vor allem, weil sie der Autor gleich zu Beginn auch offenlegt.
3. Musst du mal, Lasse? von Ulf K.: Ein äußerst unterhaltsames Pappbilderbuch, das vom kleinen Lasse, der angeblich nie Pipi muss, erzählt. Erst als es sich sein Papa nach vielem Fragen selbst auf dem stillen Örtchen gemütlich gemacht hat, fällt auch Lasse ein ganz dringendes Bedürfnis ein. Der kleine Herr Wollgespinst liebt die dynamischen Bilder und v.a. natürlich, dass ständig ein PAPA zu sehen ist, leider ist das im Segment Kinderbuch noch immer recht selten.
4. The rhythm of Family von Amanda Soule: Dazu muss ich wohl nicht mehr viel schreiben. Ich hatte die Möglichkeit, den Dauerbrenner unter vielen Bloggerinnen recht günstig gebraucht zu kaufen, und finde Bilder und Texte sehr inspirierend. Soule schafft es, ihre Familiensituation nur soweit in den Vordergrund zu stellen, dass man als Leser Ideen für sein eigenes Leben mit Kindern daraus ziehen kann.
5. Frühling von Eva-Maria Ott-Heidmann: Die Waldorf-Bilder in diesem Pappbuch strahlen eine unglaubliche Wärme und Heiterkeit aus, die dennoch auch die Nacht und das Dunkel nicht aussparen. Schon das Winter-Buch hatte uns sehr gut gefallen, im Lauf des Jahres kommen nun die restlichen Bände dazu. In diesem Teil gefallen unserem Sohn besonders die kleinen Zwerge und die vielen Blumen sehr gut.
6. Die Geschichte der Mode von NJ Stevenson (Link führt zu einer ausführlichen Buchvorschau): Dieses Buch brauchte ich zu einem ganz bestimmten, gänzlich von der Leserattenwelt fernen Thema  das Outfit für die Hochzeit meiner besten Freundin wollte ausgewählt sein. Und weil meine Wahl auf ein Sixties-Hängerchen fiel, habe ich hier Anregungen für Schuhe, Frisur und Schmuck entnommen. Es wird pink und black and white :).

Samstag, 20. April 2013

My long, long way to veganism

Vegan zu essen und zu leben ist gerade ja ein richtiger Hype: Attila allerorten, vegan for fit, sogar von Dr. Oetker ist jetzt ein tierfreies Kochbuch zu haben. Das war Grund genug für mich, das Thema nochmal in meinen Alltag hereinzulassen und mich nicht auf meiner 90%-Vegetarier-ich-kaufe-ja-nur-Bio-Eier-Schiene auszuruhen. Zudem beschäftige ich mich eigentlich schon seit einiger Zeit mit veganer Ernährung, mit meiner Laktoseintoleranz freue ich mich sehr, sehr, sehr über jedes vegane Café, Restaurant oder Bistro und das stetig wachsende Angebot an milchfreien Produkten in Supermärkten und Bioläden. In unserer als alternativ-links verschrienen Uni-Stadt kann man mittlerweile an vielen Punkten in der Stadt Sojamilch zum Kaffee haben, auch mein Lieblingscafé bietet veganen Latte macchiato, Pralinen und andere Köstlichkeiten an.
In den letzten Wochen wurden meine Planungen nun immer konkreter, ich habe Carolas informative Veganleitung gelesen, lasse mich einmal in der Woche in der Vegiqueen bekochen und probiere mich mit Freundinnen so langsam durch vegane Spezialitäten wie Tempeh, Hefeschmelz usw. und habe den Mittwoch zu meinem Mensatag auserkoren, weil es dann immer ein veganes Gericht gibt  das übrigens viel besser schmeckt als die sonst recht glutamatgeschwängerten Fleischgerichte.
Aber mein Weg ist lang, es gibt noch viel zu tun! Ich lasse mir bewusst Zeit, weil ich weiß, dass ich kein Typ für radikale Wechsel bin und schnell nach einer Butterbreze, Parmesan im Risotto oder einem Ei lechzen würde.
Der Mann geht den vegetarischen Weg mittlerweile mit und isst auch unterwegs beinahe immer fleischlos, vegan ist für ihn nichts, was aber bisher zu keinerlei Problemen führt... Mein eigener Schwachpunkt ist momentan noch das Einknicken, wenn Freunde oder Familie kochen: Es sind alle ganz stolz, wenn sie für mich Laktosefreies zaubern und ich als harmoniebedürftiges Wesen würde dann niemals ein Gericht ablehnen, sondern esse dann auch Fleisch usw. Die Meckerliese möchte ich nicht werden! Dass Essen ein extrem emotionsgeladenes Thema ist, merkt man spätestens an diesem Punkt...
Wer isst auch vegan oder interessiert sich dafür? Hat jemand einen Buchempfehlung für veganes Backen (keine Muffins/Cupcakes)? Und ich brauche Tipps: Wie könnte veganer Kakao besser schmecken als mit Sojamilch?
 Sowieso übliche vegane Gerichte bei uns: Gemüsepfannen, Nudelgerichte mit Gemüsesauce usw.

 Veganes Mensaessen - extrem lecker: Tofuschnitte mit gerösteten Cashew-Kernen, Zweierlei Pilz-Gemüse-Sauce und Nudeln. Hinterher festgestellt: Die Brokkoli-Beilage war in Butter geschwenkt.

 Puuh, glücklicherweise sowieso vegan: meine Lieblingsschokolade (Sorte: Dunkle Nougat, zum Reinlegen, mein Konsum ist beachtlich)

Nur vegetarisch, aber ein Dauerbrenner: Risotto mit wechselnden Gemüsesorten und angebratenen Pilzen.

Vegetarisch nach dem Geschmack des Mannes. Unvegan ist hier der Käse im Burger und beim Ketchup weiß ich es nicht...

Freitag, 12. April 2013

Frühjahrsfrisch

Mit dem berühmt-berüchtigten, sagenumwobenen Frühjahrsputz hatte ich bisher kaum etwas zu schaffen. Wir hatten häufig genug Umzüge, Zimmerwechsel usw., die dafür sorgten, dass auch das Unterste nach oben gekehrt wurde, entrümpelt, entstaubt und erneuert. Nun sind es aber schon genau fünf Jahre, die wir in ein- und derselben Wohnung verbracht haben... Und weil mir langsam mulmig wurde, wenn ich an die gestapelten Kisten mit mir teils gar nicht mehr bekanntem Inhalt im Keller, die neuralgischen Chaospunkte in der Wohnung und das durchs Kind stetig wachsende Hab und Gut dachte, war es heuer auch bei mir so weit: Es musste etwas weg, Ballast entfernt und Ordnung geschaffen werden.
Der Kampf findet an vielen Haupt- und Nebenschauplätzen statt und noch nicht überall haben wir eine Lösung gefunden, aber es ist bereits jetzt spürbar, dass einige Dinge endlich ihren festen Platz gefunden haben, dass wir vieles wirklich nicht mehr brauchten und es in der Wohnung gemütlicher ist.

 Schublade im Buffet: Hier war vorher ein absolut abgeschirmter Chaosort –  mit einem Schubladenorganizer und nach dem Aussortierten vertrockneter Filzstifte, zerbrochener Bleistifte und ähnlicher Katastrophen sieht es schon viel besser aus.

In der Küche haben wir einiges komplett umstrukturiert, so gibt es mehr Platz und bessere Erreichbarkeit

Als Hilfe und Anregung habe ich mehrere Titel aus der Stadtbücherei genutzt, das zu Recht bekannte und beliebte Simplify your life, das wirklich Lust aufs Ausmisten und auch Ordnung halten macht, das intelligent geschriebene Aufgeräumt von Terence Conran, das zudem auch durch wunderbare Innenansichten besticht, und für die ganz pragmatisch-praktischen Putztipps Gut aufgeräumt!, aus dem ich aber nur stichpunktartig Ratschläge entnommen habe  z.B. die äußerst gut durchdachten Ideen für Wochenputzpläne.


Interessant finde ich übrigens, dass unser Sohn ein ziemlich ambitionierter Aufräumer ist. Recht oft entdecke ich in Taschen und Körben Dinge, die er dort heimlich deponiert hat, z.B. das Babyphon in meiner Umhängetasche – da er es für ein Handy hält, ist das ziemlich logisch, oder? Hier sein momentan herausforderndstes Projekt: Die Holzkarten werden immer wieder neu in den Waggon einsortiert...

Der krönende Abschluss meiner Entrümplungsaktion sollte übrigens ein Flohmarktverkauf morgen werden, momentan sieht es regentechnisch allerdings schlecht aus...

Samstag, 6. April 2013

Briar

Wenn ich mir momentan ein größeres Projekt vornehme, achte ich strengstens darauf, dass es nicht auch noch mit technischen Herausforderungen beladen ist – schwierige Zopfmuster, Intarsien oder ähnliches sind daher keine Option. Kim Hargreaves Briar bestand im Vorfeld alle Auswahlkriterien, denn dieser Pullover wird überwiegend glatt rechts gearbeitet, mit recht dicken Nadeln gestrickt und hat keine aufwändigen Details.
Als ich im letzten Jahr dann noch die Gelegenheit hatte, bei Umgarnt in Coburg eine Stunde lang in der überbordenden Fülle an Rowan-Garnen zu schwelgen, die dort versammelt sind, stand es endgültig fest.
Trotzdem hat es mit der Fertigstellung mal wieder gedauert: Seit November lag der angefangene Pullover herum und machte mir ab und zu ein schlechtes Gewissen. Glücklicherweise ist der Winter ja in diesem Jahr so lang, dass ich mit dem Vernähen der Fäden an Ostern immer noch zur rechten Zeit fertig wurde...
Einzige Änderung: Ich habe die Ausschnittpasse hinten nicht zusammengenäht, sondern offengelassen, und mit einem Knopf und Schlaufe versehen. Weil ich aber bedeutend mehr Reihen in der Passe brauchte als vorgesehen, damit der Pullover mir nicht von der Schulter rutscht, klafft das eigentlich so elegant geplante Tropfenloch jetzt eher als Riesenlücke... Mal sehen, ob ich lieber noch einen zweiten Knopf anbringe.
Die Ärmel sind mir übrigens viel zu lang, ich habe die komplette, sehr breite Rippenpartie daher umgeschlagen. Auch für diesen Pullover sieht Kim Hargreaves mal wieder vor, dass alle Teile einzeln gestrickt und dann zusammengenäht werden, inkl. der Raglanschrägen. Ich habe hier nichts geändert, weil ich vermute, dass ansonsten das Garn  das in seiner Beschaffenheit einem Gummiregenwurm ähnelt  dafür sorgen würde, dass der komplette Pullover binnen kürzester Zeit seine Form verliert.

Anleitung: Briar von Kim Hargreaves
Größe: S gestrickt, um XS zu erhalten
Nadeln: 4,5 bis 5,5 mm
Garn: Rowan lima in Farbe 878 (patagonia), Verbrauch etwas geringer als angegeben, was aber keine 50 g eingespart hat.



 Umgeklappte Bündchen wegen Überlänge
Hier die noch nicht zufriedenstellende Rückansicht, ich könnte ein bisschen weinen...


Dienstag, 2. April 2013

Ostern 2013 – Görlitz!

Als ich im Frühjahr 2002 das erste Mal nach Görlitz kam, war es um mich nicht mehr nur wegen eines gewissen Mannes, der von dort kommt, geschehen, sondern fortan auch noch wegen seiner traumhaften Heimatstadt. Die östlichste Stadt Deutschlands  der Stadtteil jenseits der Neiße ist sogar schon polnisch  bezirzt mich jedes Mal wieder mit ihrer Mischung aus Mittelalter-, Renaissance- und Gründerzeitarchitektur, den vielen versteckten Kleinoden und ihrer Bescheidenheit. Dass es noch viele verfallene Häuser gibt, die bald gerettet werden müssten, um nicht für immer verloren zu sein, erhöht den Reiz sogar noch  meiner Phantasie kann ich hier freien Lauf lassen und im Land der Möglichkeiten ist der Defininierungszwang der Realität noch ganz fern...
Beinahe jedes Jahr kommen wir an Ostern, um mit der ganzen Familie zu feiern  dieses Mal ein ganz besonderes Erlebnis, weil in der Nacht unserer Ankunft (nach 500 km Autofahrt) mehr als zehn Zentimeter Schnee fielen und es die ganze Zeit über weiß blieb...
Kommt mit und reist nach!
 Immer noch ein Ass im Ärmel  nicht für jedes Haus hier gilt das, aber immerhin zählt die alte Spielhölle so noch zu den Lieblingsmotiven

 Modell fieser Osterhase, Größe mit Ohren ca. 2,10 m

 Alt und Erneuert, immer dicht beieinander

Mit Mann, Kind ( und Oma, Opa, Schwager und Neffe...) im Naturkundemuseum, eine wunderschöne Sammlung, einige Vivarien und eine grandiose Fotoausstellung von Grzegorz Bobrowicz laden hier ein.

 Ostern mit der Großfamilie  diesmal drinnen und wegen müder Osternachtbesucher nicht so lange wie sonst

 Besuch im neuen Stadtladen vom Café Care: Erinnerungen werden wach, denn auch unsere Hochzeitstorte stammte von hier.

 Mit dem Mann noch ein ganz neues Café ausprobiert: Hier die Dekoration im Eingangsbereich, ganz typisch unter einem Hallendach.

Stöbern im Schøn und gut: Hach, hier könnte ich Stunden bleiben!

Eine beeindruckende Vita, die an Brisanz (leider) nicht verloren hat...

Donnerstag, 28. März 2013

Pünktchenliebe

Die Eltern des kleinen Marius, der jüngst im Freundeskreis geboren wurde, haben sicherlich nicht geahnt, was sie mit der Wahl des Namens bei den potentiell Schenklustigen ausgelöst haben: Namensassoziationen in großer Fülle wurden in die Runde geworfen und da wir den römischen Kriegsgott für die eher pazifistisch veranlagte Familie als Namenspaten dann doch nicht so passend fanden, haben wir uns auf Geschenke, die das Meer und den Marienkäfer, also gleiche Etymologie oder ähnliche Laute in sich tragen, geeinigt.
Wie der kleine Marius-Seemann Gestalt annahm, zeige ich demnächst hier, nun aber erstmal zur Eigenproduktion aus dem damit ganz groß auf dem Spielzeugmarkt etablierten Hause Wollgespinst ;):
Der komplette Käfer ist aus vorhandenen Materialien genäht, weil mir die Idee zu ihm natürlich spätabends kam...
Der Körper ist aus Fleece, die Beine aus Cord, der Kopf aus einem Shirtstoff, ich wollte gern möglichst viele Fühlflächen mit unterschiedlicher Haptik. Gefüllt ist der Süße mit einem waschbaren Kisseninlay. Uuuund, der Mega-Hit sind die im Kopf eingenähte Plastikknisterfolie und ein im Körper verstecktes Ü-Ei, das dank unserer überbordenden Vorräte an braunen Linsen auch mächtig rasselt. Mit den zum Ansabbern einladenden Beinchen sollte dann das Rundum-Baby-Bespaßungsprogramm realisiert sein. Ganz passend zur Füllung: Spiel, Spaß und Spannung!

Der Arbeitsauftrag an den Sohn, sich mit Plüschtier ablichten zu lassen...

 ... wurde umgehend abgelehnt, nach dem Motto: Hey, Mama, was soll ich denn damit? Rück die Kamera raus!


Freitag, 22. März 2013

Frühlingstöne

Endlich scheint die Sonne! Es ist zwar noch knackig kalt, sodass ich meinen typischen Wintergang mit geducktem Kopf und Blick auf eventuell lauernde Eisflächen noch nicht aufgeben kann, aber hey: Die SONNE scheint! Und weil ich gestern schon in der absolut richtigen Stimmung dafür war, habe ich mein Lieblingsfrühlingsliederbuch hervorgenommen und vor mich hin geträllert.
Das Buch begleitet mich schon seit meiner Schulzeit. Die Illustrationen stammen von Linda Wolfsgruber und zaubern durch ihren feinen Strich, die in unbestimmter Ferne liegenden Landschaften und die ungewöhnlichen Farben eine melancholische Stimmung. Jedes Mal aufs Neue tauche ich in das magische Licht und die Fragilität der teils nur angedeuteten Blumen und Vögel ein.
Das Notenmaterial ist ebenfalls nicht konventionell, auch unbekannte Lieder wurden ausgewählt. Besonders anrührend finde ich Leise zieht durch mein Gemüt (hier gesungen von Stella Doufexis), dessen Melodie von F. Mendelssohn Bartholdy stammt. Komponisten und Dichter werden angegeben, außerdem ist das Buch auch mit den Akkordbezeichnungen ausgestattet.
Das Buch ist nur noch antiquarisch, aber sehr günstig erhältlich!

Dienstag, 19. März 2013

Kindheit in Bildern...


 

... Meine Mutter hat für uns Töchter im Lauf der Jahre wunderschöne Alben angelegt. Ihre kaufmännisch-genaue Art konnte sie auch hier nicht verhehlen: Präzise Datierung, die exakte Ausrichtung der Bilder und ihr streng chronologisches Vorgehen bewundere ich bis heute an den Alben, die meine Kindheit in Bildern zeigen. Ich scheine diese Veranlagung nicht gerade geerbt zu haben, aber in Sachen Bildern diszipliniere ich mich seit einiger Zeit recht erfolgreich  Fotos lasse ich zeitnah entwickeln (immer und sehr überzeugt bei saal-digital), um dem digitalen Bilderwust auf dem PC zu entgehen. Für die Verwandten gibt es ein Onlinealbum mit Beschriftung und auch das Einkleben nehme ich in regelmäßigen Abständen auf mich, auch wenn ich die fisseligen Fotobapperle, deren Gegenstücke sich bei meiner Arbeitsweise bis in die letzte Ecke des Raumes verteilen, nicht gerade zu meinen Freunden zähle.
Jademond hat kürzlich vorgestellt, wie sie die Alben für ihre Kinder anlegt, heute mal meine Vorgehensweise: Bereits zur Geburt des kleinen Monsieur Wollgespinst mit dem löwigen Namen haben wir uns ein personalisiertes Album von den frischgebackenen und schenklustigen Großeltern gewünscht. Dort haben bisher Ultraschallaufnahmen, Geburtsanzeige, die Fotos der ersten anderthalb Jahre, erste Zeichnungen, abgeschnittene Haare und andere Erinnerungsstücke ihren Platz gefunden. Ich beschrifte in der Du-Form und wir schauen das Album auch jetzt schon beinahe jeden Tag an  der Hit ist, Papa auf jedem Bild zu suchen, aber auch die anderen Familienmitglieder, abgebildete Autos usw. werden freudig zur Kenntnis genommen. Mittlerweile halte ich unsere Hochglanzbilder daher nur noch für bedingt geeignet  matt wäre wohl etwas passender für die Unzahl an Fingertapsen, die als Indiz unserer intensiven Lektüre sichtbar bleiben. 

Löwiges Album, oben ist der Name eingestickt, das Bild wird derzeit bevorzugt mit einem Uaah! kommentiert.

Die Weihnachtskarten des Tagesvaters, inklusive Handabdruck 

Einziges Problem der ganzen Angelegenheit: Wohin mit all den Alben?!

Mittwoch, 13. März 2013

Winterstimmung

... Zugegebenermaßen: Begeistert war ich nicht, als uns die zurückliegenden Tage nicht nur die Kälte zurück-, sondern auch noch zwanzig Zentimeter Schnee mitgebracht haben. Aber immerhin habe ich so noch die Gelegenheit, meine alten, neuen Schätzchen vorzustellen. Eigentlich war ich auf dem Dachboden meiner Eltern nur auf der Suche nach Spielzeug für Monsieur Wollgespinst, dabei fielen mir vier winzige Jahreszeitenszenerien in die Hände. In den interieurtechnisch einigermaßen düsteren Achtzigern hatten sie ihren Platz über der unvermeidlichen Essecke in Eiche-Optik. Zwanzig Jahre später erobern sie mit ihrer Naivetät und der zugleich melancholischen Atmosphäre mein Herz im Sturm und haben nun einen Ehrenplatz über dem Klavier. Im Lauf des Jahres werde ich sie austauschen und hier vorstellen. Ich hoffe, dass der Nagel in der Wand bald schon das Frühlingsbild tragen darf!

Samstag, 2. März 2013

Frühling lässt sein graues Band...

Dieser Pullover für den kleinen Monsieur Wollgespinst entstand in dieser Übergangszeit, nicht mehr ganz Winter, aber auch noch kein echter Frühling. Noch in grauer Winterfarbe und etwas wärmender Wolle, aber mit dieser Verheißung des frischen Grüns, der stärker werdenden Sonne. Also noch kein blaues Band, sondern vorerst das graue, gespickt mit der Ankündigung der neuen Jahreszeit.
Der Oslo Anorak von Pickles ist ein wirklich grandioses Modell, das praktisch und schön zugleich ist. Die Anleitung beinhaltet sehr viele Größen und ich werde sicherlich nochmal zu den Nadeln greifen, damit im nächsten Winter ein passendes Exemplar im Schrank liegt.

Änderungen: Ich habe die Kapuze etwas länger gestrickt, hätte aber eher breiter stricken sollen, ansonsten nur die kleinen Details mit Schlaufe an der Kapuze und am unteren Saum ebenfalls plus Zierknopf.





Anleitung: The Oslo Anorak
Garn: Lana Grossa, Biolana Linea Pura, ein wunderschönes, leider nicht mehr produziertes Garn mit leichter Farbvariation zwischen Grau und Grün (ist aber online noch gut zu finden), etwas unter 300g; Sockengarnreste in Grün (Akaleia, erkennst du dein Garn wieder?!)
Nadeln: 5 mm
Größe: 2 Jahre für unseren Anderthalbjährigen
Knöpfe: Kaufhof, 14 mm Durchmesser

Montag, 25. Februar 2013

zu Hause sein




Unser Zuhause. Es ist schwierig, hier zu wohnen, aber unsere Wohnung mag ich sehr. Jetzt fragen wir uns, wie lange die Zeit hier noch sein wird. Ob wir die Kraft aufbringen wollen und können, für kurze Zeit wieder ein neues Zuhause zu haben. Und wann wir nicht nur in uns ein Zuhause haben, sondern auch mal eines, das man sehen und bewohnen kann. Wie wir gewichten sollen zwischen dem Lärm hier, möglichen Bauarbeiten, Umzugsaufwand, finanzieller Belastung und dem sicheren Alltag, den Kinder brauchen. Drückt uns die Daumen, dass wir richtig pokern! (Und wenn wir von hier wegziehen, zeige ich auch mal, was hier so anders ist und erkläre meine kryptische Sprache...)

Samstag, 9. Februar 2013

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen...

... sagte früher mein Großvater häufig und ich verstand als kleines Kind immer nähert sich. Das passt auch eigentlich viel besser zu meinen derzeitigen Nähversuchen... Ich nähere mich der Nähmaschine immer öfter und kehre auch ab und zu schon etwas zufriedener von ihr zurück.
Zu Weihnachten habe ich mir von meiner Schwester dieses kleine Büchlein gewünscht, das Constanze Derham, die Autorin des Blogs Nahtzugabe, verfasst hat. Perfekt für blutige Nähanfänger mit noch aus der Schulzeit stammenden Komplexen!
Und wie der Zufall es so wollte, stieß ich auf der suche nach einer Anleitung für unkitschige Zugluftstopper und v.a. deren Befüllung ebenso auf einen Vorschlag aus ihrer Feder... das Projekt ist bei ihr so gut erklärt, dass sogar ich dieses ha, ich weiß doch schon, wie man sowas macht-Gefühl hatte, was zugegebenermaßen dem noch sehr kleinen Näh-Ego schmeichelt.
Und herausgekommen ist ein superdezenter und äußerst effektiver Tür-Zugluftstopper, der auch gern vom Kind bespielt wird. Ist aber klar, dass ich die Füllung dann doch anders gemacht habe, oder? Statt mit Sand habe ich meine Rolle mit Kies aus dem Baumarkt befüllt.
Innen- und Außenhülle nebeneinander, da war das Kies-Chaos schon in Sack und Tüten. Kleiner Tipp: Befüllt die Hülle nicht im Wohnzimmer...

Eher poetischer Fall von Objekt verfehlt: Aber die Tulpenblüten, die beim Herumtragen der Vase heruntergefallen waren, interessierten mich dann auf einmal doch mehr als ein schnöder Zugluftstopper (sehr deutsches Wort, oder?)