# Warum ist jedes dritte Buch, das ich ausleihen möchte, als
„Vermisst/Verlust“ ausgewiesen? Sind die Titel, die ich brauche, a) so beliebt,
dass die Leser sie auf alle Zeit als Zierde des heimischen Bücherregals
benötigen, sind sie b) so alt, dass die Wahrscheinlichkeit des Verlorengehens
allein durch ihr langes Leben bereits statistisch stark erhöht ist, oder lese
ich c) so uninteressante Bücher, dass die Vornutzer sie schlicht und einfach
irgendwo vergessen haben?
# Warum muss ich eigentlich in einer Bibliothek arbeiten,
die ständig mit wenig attraktiven 30° aufwarten kann? Ich behandle keineswegs
die Literatur des Kolonialismus, sonst wären die Temperaturen ja wenigstens
noch als authentisch zu bewerten und würden eventuell zu Erkenntnissen
besonderer Güte beitragen. (mein Traumort wäre da ja die abgebildete Wahnsinnsbibliothek: die Staatsbibliothek in Berlin)
# Weshalb vergisst mein Hirn ständig die Existenz weiterer –
gefühlter Unmengen – an Chaosdokumenten, deren Sichtung meinen Zeitplan utopisch
werden lässt und garantiert NICHT zu größerer Motivation beiträgt?
# Warum vergesse ich beim Ausdrucken dieser umfangreichen,
hieroglyphenartigen Gedankenergüsse immer das Einfügen der Seitenzahlen? Ja,
Herr Lehrer, isch schwör, und dann kam ein Windstoß und ALLES war
durcheinander!
# Warum sind eigentlich ständig Textmarker und Toner leer?
# Wie viel Euro habe ich bereits in Fernleihen investiert?
# Wird mein Literaturverzeichnis am Ende so dick sein wie
der Text selbst?
# Wusste Herr Guttenberg eigentlich, dass er sich mit den
ungekennzeichneten Zitaten nicht nur die Zeit für die eigentliche
Textproduktion, sondern auch die lästige Friemelei mit den Fußnoten erspart?
# Wird jemals ein Mensch meine Dissertation lesen?
Vielleicht könnte ich als Testverfahren einige Seiten in Wingdings
(vorzugsweise S. 19X–20X) setzen und auf Beschwerden warten?!