Donnerstag, 27. Juni 2013

Mama – und der weltbeste Erdbeerbiskuit

In der letzten Zeit spüre ich die große Anstrengung, die vielen Stellen, für die bei uns momentan Energie aufzuwenden ist, häufig ganz deutlich. Nach einer anstrengenden Woche hieß es für mich auch noch, einen Haufen Gepäck ins Auto zu verfrachten, allein mit Kind zwei Stunden durchs Land zu meinen Eltern zu fahren und ein großes Fest zu feiern und mitzugestalten. Innerlich ächzte ich nur bei dem Gedanken daran.


Als wir zuhause ankommen, schläft der Sohn noch in seinem Sitz, ich lasse die Autotür offen und möchte mich nach der staureichen Fahrt mit unzufriedenem Kind nur noch ausruhen.
Der Wind rauscht gerade durch die riesige Eiche, die den Garten meiner Eltern beherrscht. Ich klingle nicht an der Haustür, sondern gehe direkt über die Terrasse durch die wie immer weit geöffnete Tür herein. Im Wohnzimmer ist alles in diffuses Licht getaucht, Kissen und Tischdecke liegen frisch und glatt da, ich kann vor mir sehen, wie meine Mutter sie mit der Hand glattstreicht. Auf den Tischen und kleinen Schränkchen stehen überall Rosen, frisch aus dem Garten. Nie schneidet meine Mutter sie ab; sie wartet, bis einzelne vom Wind geknickt werden und sammelt sie wie zu bewahrende Schätze auf. Jetzt höre ich meine Mama schon in der Küche, sie sorgt gerade für den nie abreißenden Kaffeeduft, der sich durch das Haus zieht, sobald sie da ist. Auf dem Tisch steht ein leuchtend roter Erdbeerkuchen. Den gibt es den ganzen Sommer über, denn auf ihren „weltbesten“ Biskuitboden ist sie stolz, die sonst immer Bescheidene. Noch die Küchentür auf und dann endlich in ihre Umarmung. Was für eine Kraft aus einer Minute!


Und für euch das Rezept für den weltbesten Biskuitteig:

- 75 g Zucker
- 3 Eier
- 3 EL warmes Wasser
- 1/2 TL Zitronensaft oder 1/2 Päckchen Vanillezucker
- 75 g Mehl, davon die Hälfte Mondamin oder Gustin
- 2 Msp. Backpulver
Eier trennen, Eiweiß schlagen, bis es sehr fest ist. Zucker, Eigelb und warmes Wasser und Zitronensaft oder Vanillezucker solange schlagen, bis eine sehr schaumige Masse entstanden ist. Mehl und Backpulver vorsichtig unterheben, dann das Eiweiß ebenfalls vorsichtig unterheben. Pergamentpapier in eine Obstkuchenform legen, den Teig einfüllen, bei 175° ca. 20 Minuten hellbraun backen.
Pro Ei sind es 25 g Zucker und 25 g Mehl mit Mondamin und 1 EL warmes Wasser.

Kommentare:

  1. Das klingt nach der besten Rettung in der passendsten Minute ;-) So einen Erdbeerkuchen könnte ich jetzt auch....

    LG Ina

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  2. OOH...für dieses Rezept danke ich dir - vielleicht gelingts mir damit. irgendwie fällt mit Biskuitbacken besonders schwer. Und für den schönen Eintrag danke ich dir auch.....und es ist so viel Kraft, die man braucht, wenn man die ganze Woche mit allem allein ist....und wie schön der Augenblick des Nachhausekommens, wie du ihn beschreibst.

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    1. ich hoffe sehr, dass du mit diesem Rezept besser zurechtkommst! wichtig ist, dass man genau abwiegt und den teig sehr vorsichtig behandelt! gutes gelingen! lieben dank außerdem für deinen Kommentar.

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  3. P.S.
    und ich schaffe es fast nie etwas zu posten und schon gar nicht mit so schönen Fotos!

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  4. Wie schön du das beschrieben hast - ich konnte alles genau vor mir sehen!

    Und: ich wollte mich heute Abend noch auf die Suche nach einem Rezept für einen Kuchenboden machen - das muss ich nun nicht mehr! Mein Mann hat morgen Geburtstag und hat sich einen Erdbeerkuchen gewünscht. Wenn der auch nur annähernd so lecker aussieht wie der deiner Mutter, bin ich mehr als zufrieden.
    Herzliche Grüsse,
    Anna

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    1. danke :). und ich hoffe, ihr habt eine schöne feier mit wunderbarem kuchen!

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  5. Ist das schön - Nachhause kommen, wie man es sich wünscht... so schön!
    Danke für das Rezept auch - ich muss jetzt aber mal herausfinden, was Mondamin oder Gustin ist, noch nie gehört.
    Alles Liebe! maria

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    1. Liebe Maria, diese Bezeichnungen sind Produktnamen, wahrscheinlich gibt es sie bei euch nicht - Mondamin ist Maisstärke, Gustin einfach Speisestärke.
      Liebe Grüße!

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