Dienstag, 20. August 2013

Vom Schreiben und von Büchern

Meine Arbeit besteht aus Lesen, Schreiben, Texten und dem Computer. Damit geht es mir wie unzähligen Wissenschaftlern, Büromenschen usw. Wenn da nicht der kleine Unterschied wäre, dass ich mich als Germanistin oft auch mit der Schönheit von Sprache, Büchern und dem geschriebenen Wort beschäftigen darf.

Weil ich über die Wirkmechanismen, die hinter dem „schönen“ Buch stecken, mehr wissen wollte, habe ich im August an einem wunderbaren Seminar teilgenommen, das sich der Typographie, dem Verlagswesen und diversen Bereichen der Buchherstellung widmete. Eine Woche intensive, aber sehr vielfältige Arbeit führte uns tief in die ökonomischen, aber vor allem auch ästhetischen Aspekte ein – angefangen bei der Letter, über die Seite bis hin zum kompletten Buch. Wir schnupperten Druckereiluft bei CPI (von wo ich auch dieses gestalterische Schätzchen mitnehmen durfte) und bastelten unseren eigenen Satz für ein Manuskript, diskutierten über Schrifttypen und wissenschaftliches Schreiben.

Mit nach Hause genommen habe ich viele Tipps und Ideen für die Gestaltung meiner layouttechnischen Herausforderung der nächsten Monate, so called Diss, aber auch einige Anregungen, die vielleicht noch Eingang in mein Blog (das zugegebenermaßen einen typographischen GAU darstellt) finden werden. Auch mit nach Hause genommen habe ich einige zwanghafte Handlungen, die mich in Bibliotheken und Buchhandlungen wohl bis in alle Ewigkeit als Nerd outen werden, wie etwa das intensive Studium des Impressums, die Suche nach einer typographischen Angabe, das Testen der Aufschlagbarkeit oder der Bindeart.
Für alle, die trotz der aufgeführten Risiken und Nebenwirkungen auch mehr über Sprache und Schrift wissen möchten, habe ich noch einen Buchtipp: Beim Hermann Schmidt Verlag in Mainz erscheinen in steter Reihenfolge Texte über Text. Als Einführung in das Thema bietet sich der Band „Schrift wirkt!“ an, der an zahlreichen Beispielen Fehler und gute Lösungen in der Schriftgestaltung vorführt und auch selbst ästhetisch durchdacht daherkommt. (Ich habe zwar schon einige Tippfehler gefunden, aber das ist bei einer ersten Auflage wohl eher die Regel.) 


Kommentare:

  1. Jetzt hast du mich neugierig gemacht, was genau deine Arbeit/dein Beruf ist...verrätst du es mir?

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  2. Ich bin (noch) gar nicht richtig im Beruf, sondern promoviere in der Neueren deutschen Literatur - 2014 soll die Arbeit fertig werden und bereits jetzt sind die Textmengen gar nicht mehr so einfach zu händeln... lg!

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