Samstag, 20. April 2013

My long, long way to veganism

Vegan zu essen und zu leben ist gerade ja ein richtiger Hype: Attila allerorten, vegan for fit, sogar von Dr. Oetker ist jetzt ein tierfreies Kochbuch zu haben. Das war Grund genug für mich, das Thema nochmal in meinen Alltag hereinzulassen und mich nicht auf meiner 90%-Vegetarier-ich-kaufe-ja-nur-Bio-Eier-Schiene auszuruhen. Zudem beschäftige ich mich eigentlich schon seit einiger Zeit mit veganer Ernährung, mit meiner Laktoseintoleranz freue ich mich sehr, sehr, sehr über jedes vegane Café, Restaurant oder Bistro und das stetig wachsende Angebot an milchfreien Produkten in Supermärkten und Bioläden. In unserer als alternativ-links verschrienen Uni-Stadt kann man mittlerweile an vielen Punkten in der Stadt Sojamilch zum Kaffee haben, auch mein Lieblingscafé bietet veganen Latte macchiato, Pralinen und andere Köstlichkeiten an.
In den letzten Wochen wurden meine Planungen nun immer konkreter, ich habe Carolas informative Veganleitung gelesen, lasse mich einmal in der Woche in der Vegiqueen bekochen und probiere mich mit Freundinnen so langsam durch vegane Spezialitäten wie Tempeh, Hefeschmelz usw. und habe den Mittwoch zu meinem Mensatag auserkoren, weil es dann immer ein veganes Gericht gibt  das übrigens viel besser schmeckt als die sonst recht glutamatgeschwängerten Fleischgerichte.
Aber mein Weg ist lang, es gibt noch viel zu tun! Ich lasse mir bewusst Zeit, weil ich weiß, dass ich kein Typ für radikale Wechsel bin und schnell nach einer Butterbreze, Parmesan im Risotto oder einem Ei lechzen würde.
Der Mann geht den vegetarischen Weg mittlerweile mit und isst auch unterwegs beinahe immer fleischlos, vegan ist für ihn nichts, was aber bisher zu keinerlei Problemen führt... Mein eigener Schwachpunkt ist momentan noch das Einknicken, wenn Freunde oder Familie kochen: Es sind alle ganz stolz, wenn sie für mich Laktosefreies zaubern und ich als harmoniebedürftiges Wesen würde dann niemals ein Gericht ablehnen, sondern esse dann auch Fleisch usw. Die Meckerliese möchte ich nicht werden! Dass Essen ein extrem emotionsgeladenes Thema ist, merkt man spätestens an diesem Punkt...
Wer isst auch vegan oder interessiert sich dafür? Hat jemand einen Buchempfehlung für veganes Backen (keine Muffins/Cupcakes)? Und ich brauche Tipps: Wie könnte veganer Kakao besser schmecken als mit Sojamilch?
 Sowieso übliche vegane Gerichte bei uns: Gemüsepfannen, Nudelgerichte mit Gemüsesauce usw.

 Veganes Mensaessen - extrem lecker: Tofuschnitte mit gerösteten Cashew-Kernen, Zweierlei Pilz-Gemüse-Sauce und Nudeln. Hinterher festgestellt: Die Brokkoli-Beilage war in Butter geschwenkt.

 Puuh, glücklicherweise sowieso vegan: meine Lieblingsschokolade (Sorte: Dunkle Nougat, zum Reinlegen, mein Konsum ist beachtlich)

Nur vegetarisch, aber ein Dauerbrenner: Risotto mit wechselnden Gemüsesorten und angebratenen Pilzen.

Vegetarisch nach dem Geschmack des Mannes. Unvegan ist hier der Käse im Burger und beim Ketchup weiß ich es nicht...

Kommentare:

  1. Bei einer Familie mit fünf Essern ist es nicht immer so leicht, gesundes, vegetarisches oder sogar veganes Essen zu propagieren, denn jeder und jede hat so seine Vorlieben. Während Linnea nicht so gerne Fleisch isst, besteht die große Tochter schon mal einem Steak. Ich möchte auch nicht ständig unterschiedlich kochen oder ständig meckern und missionieren. Daher habe ich mir vorgenommen (und tue das auch schon seit einer Weile), einfach immer mal wieder Vegetarisches und auch vegane Gerichte anzubieten. Gestern Abend gab es z.B. einen schönen großen Salat mit Falafel, es gibt generell viel Rohkost und Obst. Momentan sind wir bei ca. 3-4 von 7 fleischlosen Hauptgerichten die Woche.
    Jedenfalls finde ich das Thema auch sehr spannend und wünsche dir viel Freude beim Weiterprobieren.
    LG, Micha
    P.S. Ketchup müsste aber eigentlich vegan sein...

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    1. Das klingt auch sehr spannend und ich kann das Argument bei mehreren Kindern auf jeden Fall verstehen. unser Sohn bekommt sein Mittagessen ja beim Tagespapa und isst dort auch Fleisch. Zuhause bekommt er weiterhin Milchprodukte und Co aber kein Fleisch. Da reichen die Mahlzeiten in der Betreuung und ggf. bei Großeltern wirklich aus. Der lange Fleischhype der letzten Jahrzehnte entsprach ja auch nicht dem "Normalfall", aber ich kenne viele Leute, die tatsächlich beinahe jeden tag mittags Fleisch essen und sowohl morgens als auch abends Wurst. Das sind dann bis zu 21 Fleischportionen pro Woche...
      Liebe Grüße und auch dir weiterhin viel Freude beim Ausprobieren!

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    1. das dachte ich mir schon ein bißchen ;). aber ob und wann ich wirklich vegan esse oder gar lebe, das steht noch in den Sternen. so lange geht es bei mir nach dem Motto dieser aktuellen aktion "jedes gericht zählt" :).

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  3. Wir essen "Mischkost", was geht "selbstversorgt" (auch Fleisch). Ich bin kein Veganer und auch kein Vegetarier, trotzdem gibt es Gerichte, die in diese beiden Sparten passen würden. Ich glaube, Gemüse (dabei vor allem Kartoffel) gehören zu unseren "Hauptnahrungsmitteln". Fleisch gibt es eigentlich ein Mal die Woche, manchmal zwei Mal. Für mich ist es so ein guter Weg, v.a. weil ich weiß, woher die Produkte kommen, die wir essen. Das ist mir wichtig.
    Ich möchte nicht Teil der Konsumkette von absolut verantwortungslosem und profitgeilem Produzieren sein (Massentierhaltung ist das eine, aber auch die riesigen Obstplantagen, die ich in Brasilien gesehen habe, wo grundlegende Menschenrechte einfach nicht existieren, sollten bedacht werden) - ich frage mich bei Veganismus (nennt man das so?), sofern er aus rein tierliebenden Argumenten heraus gelebt wird, ob diese Menschen dann wirklich 100% konsequent sind und z.B. auch keine Lederschuhe tragen (denn das Leder aus der Schuhproduktion, wage ich mal zu vermuten, kommt sicher auch aus Massentierhaltung) oder auf Impfstoff oder auch Medikamente verzichten, in denen tierische Stoffe vorkommen. Oder wenn jemand z.B. einen Hund hat und vegan lebt, was der dann dem Hund zu fressen gibt. Geht das fleischlos?
    Ich glaube, dass es sehr schwer ist, einen 100% veganen Weg zu gehen, der sich auf das gesamte Leben ausbreitet und nicht nur beim Thema Essen gelebt wird.
    Wenn du schreibst, dass du trotzdem mit isst, wenn jemand gekocht hat mit Rücksicht auf deine Laktoseintoleranz und doch was dabei ist, das nicht vegetarisch ist z.B. - das sag ich jetzt aus meiner Erfahrung als Gastgeberin - dann find ich das wirklich sehr sympathisch :-)
    Wir haben nämlich Freunde, die "sind" echt jedes Mal was "anderes". Da stellt man sich auf Vegetarier ein und kocht etwas, wo Käse dabei ist, weil sie das das letzte Mal so betont haben, wie toll sie mit dieser Alternative zu Fleisch&Co. leben und dann sind sie drei Wochen später Veganer und Käse geht gar nicht - und die lassen das dann stehen. Beim nächsten Besuch dann informiert man sich, was jetzt ein Veganer alles darf und was nicht und dann steht da Rohkost am Programm. Puh. Das ist als Gastgeber dann echt schwierig, sagen wir mal so.
    Ich wünsch dir jedenfalls, welchen Weg auch immer du gehst, dass er für dich wirklich gut und stimmig ist. Das ist das Wichtigste, denke ich.
    Alles Liebe. maria

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  4. Viele Veganer verstehen dann schon den gesamten Lebensstil unter vegan leben. Bei Arzneien oder Impfstoffen würde ich aber niemals auf das für mich Notwendige verzichten, das weiß ich jetzt schon. In vielen Fällen sind zumindest tierische Zusätze, auch mal wieder die ewige Laktose aber nicht zwingend nötig, sondern nur Trägerstoff. Sinupret beispielsweise gibt es auch laktosefrei als Tropfen. Meine dringend benötigte neue Handtasche habe ich aus Kunstleder bestellt, obwohl ich auch davon natürlich überhaupt nicht überzeugt bin, die beste Variante sehe ich hier eigentlich im Gebrauchtkauf - das Tier ist schon tot und man verlängert die Nutzungsdauer der Gegenstände, ohne zusätzlichen Konsum anzufachen. Hier im Ort gibt es einen veganen Laden, der mit veganer Tierernährung wirbt, das finde ich nicht artgerecht und wenig sinnvoll. Eine extremere Form des Veganismus ist es natürlich aber auch, konsequent auf Haustiere zu verzichten, weil man ja auch dort das Tier in den Dienst des Menschen nimmt. Damit befasse ich mich zugegebenermaßen nicht, weil wir noch nie Tiere hatte, ich nicht reite etc. Euer Leben ordne ich nochmal ganz anders ein, bei einer Eigenversorgung würde ich wohl ziemlich sicher noch Fleisch essen, zumindest, wenn ich das Töten oder Zusehen dabei über mich brächte - das kann ich nicht beurteilen. Und das, was du mit Gästen erlebt hast, finde ich eben auch grenzwertig und irgendwie "schwierig". Zumal ich auf keinen Fall möchte, dass zubereitete Tierprodukte in den Müll kommen, weil ich sie nicht essen wollte...

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    1. Ich glaub, da muss man immer einen ganz persönlichen Weg finden - wie bei so vielen Dingen im Leben :-)
      Ich bin immer noch tief ... hm... geschockt, passt vielleicht am besten, über die Plastikindustrie und Inhaltsstoffe von Kunststoffen, dass für mich z.B. immer eher Leder gekauft werden würde (obwohl das Leder natürlich sicher auch unter sehr fragwürdigen Bedingungen "gewonnen" würde) - es ist einfach schwierig (finde ich), ganz genau einen Weg zu gehen.
      Ich beschäftige mich gar nicht mit Veganismus, muss ich zugeben, somit hab ich vermutlich ziemliche Wissenslücken. Aber ich bin einfach ein Mensch, dem "Natürlichkeit" am Herzen liegt. Verantwortungsvolles Handeln. Mit Geben und Nehmen. Mit Extremen komme ich generell eher schwer zurecht (weil ich nicht glaube, dass es nur einen einzigen 100% richtigen Weg gibt - egal ob bei Nahrung, Erziehung oder sonst was).
      Für mich z.B. ist es "besser" regional zu kaufen als z.B. Soja, Palmöl & Co. zu verwenden. Mich prägt da vielleicht auch ganz stark meine Erfahrung in Brasilien - was ich da an Plantagenbedingungen gesehen habe, hat mich zutiefst erschüttert und gelehrt, dass alles eine Kehrseite hat. Auch das Gemüse- und Obstgenießen. Durch die Monokultur für den starken nordamerikanischen und auch europäischen Markt wird den kleinen Bauern vor Ort wirklich die Lebensgrundlage genommen. Etwas, das - wie ich finde - auch hierzulande schön langsam systematisch betrieben wird, in dem alle Förderungen der Landwirtschaft immer mehr an die Großen und noch Größeren und überragend Profitablen verteilt werden und die "Kleinen" (und dabei spreche ich nicht nur von solchen Minifuzibauern, wie wir das sind, sondern z.B. auch solchen mit 10 ha, aber in steiler Hanglage) müssen aufhören. Oder komplett gegen ihre Überzeugung und Ethik arbeiten, um zu überleben. Ach, ein riesiges Thema mit so vielen kleinen Details... was ich eigentlich sagen will ist:
      ich finde es immer wichtig, vor Ort zu kaufen. Regional auch zu denken und bereit sein, für heimische Qualität ordentliche Preise zu bezahlen. Und bei Waren von anderswo (es gibt schlicht und einfach nicht alles bei uns) vielleicht auch den fairtrade-Gedanken nicht ganz außer Acht lassen. Das finde ich wichtig - egal ob man nun "gemischt", vegetarisch, vegan oder sonst wie seine Nahrung gestaltet.

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    2. In deiner konkreten Lebenssituation würde ich über ein veganes Leben auch überhaupt nicht nachdenken, ihr habt durch den bewussten Kontakt mit Natur und Tieren schon die Beziehung dazu, die mir hier als reiner Endverbraucher abgeht. Wir leben mitten in der Stadt mit allen Konsequenzen und weil eine Tierhaltung hier unmöglich ist, wir aber an den Standort gebunden sind, wird mein Weg wohl ein anderer sein.
      Soja ist leider auch in der Tierhaltung ein großes Thema und wer Fleisch isst, verzehrt indirekt damit auch sehr viel Soja.
      Deine Posts zu Fairtrade habe ich auch mit Interesse gelesen, weil wir seit einiger Zeit Kaffee, Kakao, Schokolade und Gewürze immer mehr über Gepa, Contigo etc. beziehen. Eine Reportage über den Kaffeeanbau hat mich da sehr bestürzt zurückgelassen...

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  5. Hast Du schon mal Reismilch bzw. Reisdrink Natur versucht? Der ist etwas süßlich und ergibt einen leckeren Kakao. Ich nehme den auch gerne für Kaffee oder Müsli und auch Milchreis schmeckt damit sehr gut. Es dauert nur etwas länger, bis die Konsistenz des Milchreises die gleiche ist wie mit Kuhmilch.

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    1. danke für den tipp! ich hatte zumindest schonmal reisdrink gekauft, um auszuprobieren, ob das besser klappt. Kakao trinke ich nur einmal die Woche - zum Brezenessen am Samstagmorgen ;), da wird die Reisdrinkversion dann getestet!
      linnea

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  6. Hallo,
    es super Thema, dass du in deinem Post aufgreifst!
    Ich verzichte schon seit 15 Jahren auf Fleisch und Fisch und mir geht es sehr gut damit! Auch mein Mann und unser Kleiner machen mit, da ich es zu 90% bin die (sehr gern) kocht. Da sich meine Schwester (auch Vegetarierin) auch seit einiger Zeit immer mehr nach der veganen Lebensart orientiert, ist dieses Thema auch an mir nicht vorübergegangen. Genau wie es hier auch in der Diskussion schon gesagt wurde, betrifft es nicht nur den Bereich Ernährung. Es ist die gesamte Lebeneinstellung. Ich verzichte bspw. schon seitdem ich kein Fleisch mehr esse auf tierversuchsfreie Kosmetik und Reinigungsmittel. (Dass jetzt neuerdings Tierversuche in der Kosmetik verboten sind, ist natürlich ein großer Schwindel, bzw. falsch formuliert!!)
    Dieses Thema regt sehr zu Nachdenken an; regionale Kost, fairer Handel,... müssen es immer neue Sachen sein, oft geht es auch gebraucht! Ich bin froh, dass das Thema aktuell ist, gerade weil es nicht nur den Bereich Ernährung betrifft!
    LG Lena

    PS Kennst du den Blog Laubfresser.de? Dort gibt es tolle vegane Rezepte, u.a. auch für Zitronenmuffins!

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    1. Hallo Lena, vielen Dank für deine Gedanken! Bei der Kosmetik versuche ich auch schon Ähnliches und habe einige Produkte von Lavera daheim, ingesamt verwende ich auch nur recht wenig Kosmetik, da habe ich quasi Glück ;). Wir kaufen auch sehr, sehr viel gebraucht, über Kleiderkreisel, Mamikreisel, ebay und ebaykleinanzeigen, Booklooker usw. Das klappt sehr gut und wir versuchen, es auszuweiten.
      Vegane Blogs kenne ich in Massen (Internetjunkie), aber danke für den konkreten Rezettipp!
      LG Linnea

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  7. Kakao vegan: Wir nehmen dazu Soja-Reismilch. Die schmeckt viel besser, als Sojamilch, ist aber nicht ganz so dünn wie Reismilch. Vielleicht geht es auch mit Hafermilch? Die schmeckt ja auch gut, haben wir aber noch nicht probiert.

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