Montag, 6. Juni 2011

in ruhe schwanger sein

zu beginn meiner schwangerschaft habe ich mich entschieden, mich und mein kind mit so viel ruhe und vertrauen wie möglich durch diese zeit zu bringen. um das zu erreichen, habe ich meinen tagesplan entschlackt, die beziehung zu mir wichtigen freunden verstärkt und mir sehr früh eine hebamme gesucht, die ich mir als begleiterin vorstellen kann - während aller vorsorgeuntersuchungen, der geburt (im besten fall im geburtshaus) und der zeit danach. 
in den letzten wochen und monaten ist mir immer klarer geworden, wie schwer es heute ist, eine schwangerschaft so zu gestalten, denn für diese ruhe und sicherheit aus sich selbst heraus braucht man permanent auch die kraft, nein zu sagen. das habe ich bei den zusatzuntersuchungen des ersten trimesters getan, das werde ich für einige blutüberprüfungen im verlauf tun, bei zusätzlichen ultraschallterminen, ggf. einer einleitung wegen einfacher terminüberschreitung usw. jedes nein setzt mich einem rechtfertigungsdruck aus, dem, zu erklären, weshalb ich nicht "das beste" für mein kind tue, das angeblich sicherste, das angeblich notwendige. zu unterscheiden zwischen echten verdachtsmomenten und denen, die momentan jeder frau als gegeben angezeigt werden - z.b. in bezug auf die notwendigkeit des ogtt -, lastet dabei am schwersten auf mir.
der zweite der  vorgesehenen drei ultraschalltermine hatte es dann zum ersten mal geschafft, meine sicherheit zum einbrechen zu bringen - was, wenn die messungen wirklich ein indiz für auffälligkeiten, für falsche entwicklungen sind? völlig aus der ruhe gebracht habe ich mich zu weiteren untersuchungen überreden lassen, mir angst vor einer schweren geburt machen lassen. und kurzzeitig hat sich tatsächlich ein schatten über diese monate gelegt, obwohl wir unser kind - egal, wie es sein mag - als unser kind haben möchten. das spiel wiederholte sich jetzt nach dem dritten ultraschall und ich brauchte viele aufbauende worte, um mir den vorwurf, mich "schon jetzt" nicht angemessen um mein kind zu kümmern, wieder ausreden zu lassen.
ich befürchte, dass es viel zu vielen schwangeren so geht, dass all das wissen auch die unsicherheit mehrt und hoffe, dass immer mehr frauen sich zutrauen, für sich und das kind nach ihrem wissen und gewissen zu entscheiden. wie sehr habe ich mich gefreut, dass das thema langsam auch in die öffentlichkeit kommt: bei cocoschock findet sich ein eintrag dazu und demnächst werde ich wohl mal das dossier in der unerzogen dazu lesen. vielleicht findet die eine oder andere sich in meinen gedanken wieder oder möchte hier ihre meinung dazu schreiben!

Kommentare:

  1. jetzt mag ich dich am liebsten mal in den arm nehmen. :)
    so recht mitreden kann ich natürlich nicht, aber... ich glaube, unsere meinungen denken sich da ziemlich, auch ich denke, vieles ist nicht notwendig, verunsichert nur etc.
    dass man dann der frau noch vorwürfe machen muss, als hätte sie nicht alles durchdacht & abgewogen, finde ich schlimm & traurig.
    aber ich füchte ein wenig, dieser druck von außen fängt jetzt erst an. mitunter wird das nicht leichter, wenn das kind erstmal da ist & sich jeder einmischen zu müssen glaubt.
    ich mag dir keine angst machen, nur sagen: versuch, die dinge so zu machen, wie ihr sie für richtig haltet, ohne euch dafür zu rechtfertigen. ihr schadet eurem kind nicht, mehr muss niemand anderes wissen.

    gruß, stephani

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  2. Lass dich drücken und aufbauen, denke nicht zu viel nach.
    Die Messungen bzgl. Gewicht und Größe sind selten genau.
    Ich habe 2 Wehentropfgeburten und eine normale hinter mir. Leider kann man nicht wählen, weil es um das Kind geht, die Wehentröpfe waren beides Frühgeburten.
    Alle Kinder sind gesund, und nur das ist wichtig, heute wie damals.
    Nur eines ist jetzt wirklich für dich wichtig, dass es dir gut geht, seelisch und moralisch. Auch das hat mir meine Erfahrung gelehrt.
    Such dir eine gute Hebamme, eine, die eine natürliche Geburt bis zum Ende bevorzugt. Das geht auch mit Tropf.
    Alles Liebe für Dich, du kannst mich gerne anmailen.
    Anni

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  3. Ich habe ALL diese Untersuchungen bei beiden Kindern machen lassen. Und wegen meines Alters sogar noch eine Chorionzottenbiopsie machen lassen. Zum Schluß war ich nur noch genervt. War ein CTG nicht sooo gut, bekam ich direkt Zweifel und Angst. Und zum Schluß beim zweiten Kind hat man übersehen, daß ich eine Uterusruptur hatte. Trotz all der Untersuchungen!!! All das würde ich heute nicht mehr machen! Hör auf Dich und Deinen Körper. Vertrau Dir einfach.
    Alles Gute für Euch!
    Gruß, Heike

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  4. Behalte die deine Einstellung, denn die ist super. Wähle die Untersuchungen aus, die du für angemessen hälst, du kennst dich am besten. Oft drängt sich mir der Verdacht auf, das Ärzte ihre Apparate ausgelastet wissen müssen und deshalb eine Untersuchung nach der anderen vorgeschlagen wird. Die wenigsten haben den Mut Nein zu sagen. Uns ging es mit dem Impfen so, die Tochter mittlerweile 14 Jahre, ist bei weitem nicht gegen alles geimpft was so vorgeschrieben ist und wir leben sehr gut mit diesen Entscheidungen.
    Ich wünsche dir ganz viel Energie und Kraft für die mächsten Monate.
    Fühl dich gedrückt und sei ♥lich gegrüßt
    Bine

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  5. liebe linnea, wie sehr ich mich in deinen Zeilen wieder erkenne! Vertraue deinem Gefühl, es ist euer Kind dass in deinem Bauch heranwächst und niemand kennt es so gut wie Ihr! Ich habe mich bereits bei meiner Schwangerschaft mit Jonas im Vornherein gegen alle diese Tests entschieden, alleine die Ultraschalltermine haben wir gemacht, so auch bei dieser Schwangerschaft. Es ist erschreckend, wie üblich es geworden ist alle dieses Tests zu machen, für mich hätten sie keine Konsequenzen gehabt, denn ich habe mich für diese beiden Kinder entschieden so wie sie sind.

    Was die Geburt angeht, finde ich es wichtig offen zu sein und der Situation entsprechend auch medizinische Hilfe anzunehmen und darauf zu vertrauen dass es gut kommt. Ich hatte vorzeitigen Blasensprung mit Geburtsstillstand, PDA und Saugglocke, also das Gegenteil von dem was ich mir für die Geburt gewünscht hatte, doch am Ende war ich einfach nur froh ein gesundes Kind in den Armen halten zu dürfen.

    Ich wünsche dir ganz fest, dass du die kommenden Wochen in Ruhe schwanger sein darfst und dich auf dein Kind freuen und einstellen kannst!

    Herzliche Grüsse, ela

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  6. Liebe Linnea,
    was für einen schönen Babybauch du hast!
    Meine Schwangerschaften liegen schon sehr weit zurück (35 resp. 30 Jahre), da gab es zwar schon Ultraschall, aber sonst wurden nur der Bauchumfang und das Gewicht kontrolliert - das war schon noch einfacher...
    Lass dich nicht verunsichern (leichter gesagt als getan, ich weiss!) und geniesse die Zeit als Schwangere - ich habe mich nie besser gefühlt als während der Schwangerschaften! Und für die Geburt wirst du schon den für dich/euch richtigen Weg finden und gehen!
    Herzliche Grüsse,
    Katarina

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  7. Wir haben keine Zusatzuntersuchungen machen lassen, lediglich die Ultraschalle. Und letztere habe ich sehr genossen, ich hab mich jedes Mal darauf gefreut, meine Kinder zu sehen. Einfach, weil ich rundherum immer verunsichert wurde. Nicht durch meinen Arzt - im Gegenteil, der unterstützte uns bei unserer Entscheidung, keine zusätzlichen Untersuchungen in Anspruch zu nehmen und freute sich, dass wir unsere Kinder so nehmen wollten wie sie waren ohne Gedanken daran "was wäre wenn.." - aber: das Umfeld ist furchtbar. Ich habe mir ein striktes Internetverbot auferlegt, denn was man in so manchen Foren liest, ist einfach furchtbar (und wohl auch nicht immer die Wahrheit). Und wenn die Frage kam "Und wie ist die Nackenfalte?" haben wir direkt eine Gegenfrage gestellt, nämlich in Richtung "was wäre, wenn sie nicht in Ordnung wäre? würde das was ändern?"... nicht einfach, wirklich nicht.
    Ich wünsch dir so sehr, dass du ein gutes Umfeld für euch/dich hast und es dir gelingt, einfach dieses Wunder des Lebens, da da in dir heranwächst zu genießen.
    Und die Geburt: das kann man nicht vorherbestimmen, wie es wird. Ich habe natürlich Geburt und Kaiserschnitt hinter mir und würde sagen, eigentlich ist es nicht so wichtig, wie die Geburt genau abläuft. Wenn man dieses kleine Wunder dann sieht, ist ohnehin alles vergessen und das Kind zählt. Egal, ob es vorher Kaiserschnitt, PDA, Saugglocke oder einfach alles ganz spontan gelaufen ist. Denk an dein Kind, freu dich drauf... strick weiter so schöne Sachen (du wirst sehen, die Sachen sehen dann sooooooooo süß aus,wenn sie erst mal angezogen sind). wenn man deinen bauch ansieht, strahlt der wunderbare geborgenheit aus. und das ist doch das, was zählt! nicht, was man "könnte/sollte/würde"... :)
    Alles, alles Liebe euch!!! maria

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  8. Liebe Linnea,
    Deinen Post musste ich sofort meiner Schwester Katja zeigen, sprichst Du doch uns beiden aus der Seele! Da sie als Nichtbloggerin hier nicht kommentieren kann (oder wir beide nicht wissen, wie das geht, falls es geht), folgt hier Katjas Kommentar unter meiner ID:

    wie gut kann ich nachempfinden, was du beschrieben hast!
    meine schwangerschaft ist erst ein paar monate her. auch ich war mir sicher in dem, was ich wollte und auch nicht. wirklich abgelehnt habe ich am ende nur die zusatzuntersuchung am ende des dritten monats, weil ich mir sicher war, mein baby zu behalten. ich habe aber den termin zur feindiagnostik wahrgenommen, tests zur bestimmung eventueller geschlechtskrankheiten, alle möglichen blutuntersuchungen etc. mitgemacht. meine vorsichtige nachfrage, warum ich im 5. monat an den wehenschreiber müsste, wurde einsilbig mit "das sind standarduntersuchungen" beantwortet.
    ich denke, was heute oft fehlt, sind menschen, ärzte, hebammen, mütter,freundinnen..., die frauen bestärken. nicht nur im ablehnen teilweise unsinniger untersuchungen, sondern in ihrem bewusstsein, es richtig zu machen, auf ihr gefühl zu vertrauen.
    die geburt ist der nächste große schritt. wie gern hätte ich zu hause entbunden, hab mich dann aber nicht getraut. aber auch hierbei kann ich dir nur sagen, vertraue dir! die geburt war eine sehr schöne, ich hatte meine schwester an meiner seite (die mir übrigens auch deinen eintrag empfohlen hat), und doch gab es auch bei der entbindung momente der unsicherheit, mein körper sagte mir, ich solle atmen, die hebamme meinte, ich müsste pressen...was tat ich? ich presste und presste und es ging nicht voran. ich hätte einfach atmen sollen!
    es geht mit dem stillen, dem tragen, dem familienbett und vielen anderen dingen weiter...
    ich wünsche dir viel kraft für alles kommende, vertrauen in dich selbst und alles liebe für dich und dein kind!
    Katja

    ...auch ich wünsche Dir ein starkes Vertrauen in Deine Intuition und Dein Körperempfinden! Herzliche Grüße
    Jana

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  9. Auch ich darf dir aus Erfahrung (4
    -fache Mutter, zudem noch Zwillingsschwangerschaft) mal eins sagen...höre auf dein Gefühl- du bist so sensibel, dass Du schon das richtige tust! Habe eine gute Hebamme - lass dich nicht mit all den unnötigen Zahlen - tausend Untersuchungen verunsichern.
    Natürlich ist jede Schwangerschaft ein Risiko und auch eine Geburt ist ein Eingriff - und es geht nicht immer alles so glatt - aber wir leben in einer so hochtechnisierten Welt, dass das Restrisiko doch eher gering ist.
    Ich habe durch meinen medizi. Beruf viel gesehen - auch gerade im Kreissaal - aber der Trend, dass es heute viel eher zu sanften und schonenden Methoden gegriffen wird ist doch grossartig!
    Also höre auf deinen Körper - benutze deinen klaren Menschenverstand und sage auch ruhig mal nein -und dann geht auch alles einen guten Weg!
    Ganz herzliche und liebe Grüße
    Birgit

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  10. Liebe Linnea,
    ich bin zwar spät dran, aber möchte auch noch antworten. Ich glaube, das nicht die Untersuchungen das Problem sind, sondern die Art und Weise, wie sie von den Ärzten vermittelt werden. Ich hatte das Glück in meiner letzten Schwangerschaft mit 41 Jahren eine unaufgeregte und entspannte Ärztin zu haben. Dabei habe ich eine nicht unproblematische medizinische Vorgeschichte gehabt (Notsectio in der 27. SSW). Eine Fruchtwasseruntersuchung schied für mich aus, ich wollte nicht selektieren. Sie diskutierte nicht darüber, sondern akzeptierte meine Meinung sofort.
    Den Feinultraschall habe ich machen lassen, denn ich wollte für den Fall, dass das Kind erkennbare organische Schäden gehabt hätte in einer geeigneten Klinik entbinden.
    Wir hatten das große Glück, dass jede Untersuchung eher beruhigte und unser Töchterchen gesund auf die Welt kam.
    Ich wünsche dir alles Gute für die weitere Schwangerschaft!
    Herzliche Grüße
    Sabine

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  11. Auch mich bewegt dein Post sehr, wenn ich ihn auch heute erst lese. Vor 8 Wochen kam mein drittes Kind auf die Welt und nachdem ich mich bei Nr.1 wirklich sehr habe verunsichern lassen, war es bei Nr.2 schon besser und nun bei dem letzten kleinen Wunder habe ich vieles einfach ignoriert und einfach zur Seite geschoben.

    Einfacher wurde es v.a. dadurch, dass ich sowohl meiner Gynäkologin als auch später Schwestern und Hebammen gleich zu Beginn deutlich gemacht habe, dass ich weiß was ich will und mein Kind besser kenne und wahrnehme und fühle als alle Geräte der Welt.
    Und das tue ich! Bei allen dreien wusste ich sogar das Geschlecht, Ich kann es nicht erklären, aber geirrt habe ich mich nicht.

    Im Wochenbett meiner ältesten Tochter habe ich mir von all den schlauen Leuten aufdrücken lassen, dass ich die kleine ins Babyzimmer abgebe, weil ich ja soo müde war und mich nicht gut hätte kümmern können. Das waren die längsten 3 Std. meines Lebens und ich bereue es bis heute.
    Auch dieses Mal wollte die Nachtschwester mir den kleinen entführen und ich musste sehr vehement darauf bestehen, dass er nicht nur in meinem Zimmer, sondern auch im meinem Bett bleibt. Das fand ich sehr anstrengend und dieses Mal habe ich mich am nächsten Tag bei der Stationsleitung beschwert. Wenn ich beim dritten Kind schon schwer finde, mich durchzusetzen, wie geht es anderen Müttern bei ihren ersten Kindern?

    Und so erzähle ich nun allen Schwangeren von den ersten Nächten mit meinen Kindern und wie sehr mir diese 3 Std fehlen und bitte sie, auf ihr Herz zu hören und die letzten Kräfte zu mobilisieren um sich durchzusetzen. So auch dich, du bist die Expertin für dich und dein Baby! Niemand sonst. Ich wünsche dir und deinem Zwerglein alles Gute für die nächste Zeit!

    Aufgewühlte Grüße von Britta

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